Bau des Hubschrauberlandeplatzes startet

Von: Robert Esser und Stephan Mohne
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So ähnlich wird´s aussehen: Eine noch länglichere Landefläche für Hubschrauber wird über die Pauwelsstraße hinweg bis über die Parkplätze vor dem Klinikum reichen. Grafik: OX2Architekten

Aachen. Die Kosten sind so hoch wie der architektonische Anspruch: Für sieben Millionen Euro errichtet der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) vor dem Universitätsklinikum einen neuen Hubschrauberlandeplatz. Die Baustelle - mit unangenehmen Folgen für Patienten, medizinisches personal, Aseag und vor allem den Taxibetrieb - wird schon in zwei Wochen eingerichtet.

Bis zum Jahresende soll der futuristische Landeplatz fertig sein. Das Aachener Büro OX2-Architekten des Ehepaars Ina-Marie und Professor Marcin Orawiec hat die überdimensionale „rettende Hand” bereits vor Jahren entworfen.

Die Stahlverbundlösung in Form eines riesigen Löffels ragt dann aus der Front des Klinikums Richtung Taxi-Rondell bis auf knapp 15 Meter in die Höhe. Das quasi frei schwebende Plateau bietet Platz für zwei Hubschrauber. Die Spitze der länglichen, ovalen Landefläche reicht in luftiger Höhe über die Pauwelsstraße hinweg weit über die Parkplätze, die gegenüber des Klinikums liegen.

Per Luftrettung eingeflogene Schwerstverletzte sollen künftig über einen Aufzug in dem schrägen Arm, der die Plattform trägt, erheblich schneller direkt in die Notaufnahme transportiert werden können. Von 46 Sekunden Fahrzeit ist die Rede. „Der Zwischentransport per Krankenwagen kostet bislang wertvolle Minuten”, erklärt Klinikum-Sprecherin Angelika Christ.

Umso langsamer und umständlicher wird die Lage während der Bauzeit. „Man hat uns gerade erst mitgeteilt, dass der Taxistand auf den Parkplatz links vom Klinikum verlegt wird”, ärgert sich Friedel Görtz, der Vorsitzende der Aachener Autodroschkenvereinigung (AAV). „Genau wie am neuen Tivoli werden wir einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Und die sind katastrophal.” Görtz kritisiert, dass die Wege für Patienten - vor allem Gehbehinderte - unzumutbar weit werden, dass eine viel befahrene Straße nun zwischen Taxistand und Klinikumsportal zu überqueren ist und dass die Taxistellplätze auf dem weiter entfernten Parkplatz nur über Umwege anzufahren sind. „Das näher gelegene kleine Rondell rund um den Brunnen auf dem Vorplatz wollte man uns einfach nicht geben - warum auch immer”, wettert der Taxi-Chef.

BLB-Sprecher Bernd Klass erläutert hingegen, während der Bauzeit müssten alle - Aseag, Notaufnahme und eben auch die Taxifahrer - mit Kompromissen leben. Und er schildert, warum nach Auffassung von Uniklinikum und BLB überhaupt eine derart kostspielige Baumaßnahme für einen neuen Hubschrauberlandeplatz - übrigens in unmittelbarer Nähe des jetzigen Bodenlandeplatzes - in Angriff genommen wird. Auslöser seien „neue” luftfahrtrechtliche Bestimmungen. „Danach muss eine Landehöhe von mindestens 14,50 Meter über Straßenniveau eingehalten werden sowie die Hauptflugrichtung berücksichtigt werden”, sagt Klass.

Die Millionensummen für das spektakuläre Bauwerk übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen - aus Steuereinnahmen.
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