Aachen - Barrierefreiheit oder besser Denkmalschutz?

Barrierefreiheit oder besser Denkmalschutz?

Von: Jan Weck
Letzte Aktualisierung:

Aachen. An der Freitreppe auf dem Katschhof scheiden sich die Geister gleich in mehrfacher Hinsicht. Dass es über die Ästhetik der Stufen unter dem Rathaus viele Meinungen gibt, ist nur natürlich.

Eine viel entscheidendere, weil ganz grundsätzliche Frage, ist aber noch immer, ob bei der Gestaltung der Treppe genug Rücksicht genommen wurde auf Menschen, die unter einem körperlichen Handicap leiden. Das Ringen um die Antwort auf diese Frage könnte symptomatisch werden für die Neugestaltung des Pfalzbereichs um das Weltkulturerbe Dom.

Unzufrieden mit Freitreppe

Die Kommission „Barrierefreies Bauen”, die ebenso wie der Architektenbeirat der Verwaltung beigeordnet ist, ist nämlich unzufrieden mit der derzeitigen Beschaffenheit der Freitreppe und fordert Nachbesserungen. Die von der Verwaltung geplanten Markierungen der Stufen im Randbereich der Treppe gehen den Mitgliedern der Kommission nicht weit genug. Gerne hätten sie ihre Anliegen auf der letzten Sitzung des Planungsausschusses erneut vorgebracht, doch dieser Wunsch blieb ihnen verwehrt.

Die Regularien des Ausschusses ließen diese Redezeit nicht zu, befanden die Fraktionen mit Ausnahme der Linken. Stattdessen werden die Mitglieder der Kommission nun im Februar die Gelegenheit bekommen, im Bürgerforum zu sprechen. Anschließend wird sich der Mobilitätsausschuss mit dem Konflikt zwischen Verwaltung und Kommission befassen.

Die Verwaltung betonte schon im Laufe der Sitzung, dass man sich den Vorstellungen der Kommission so weit wie möglich genähert habe. Letztendlich gelte es bei der Gestaltung des Pfalzbezirks aber immer, Barrierefreiheit und Denkmalschutz- und pflege mit Bedacht gegeneinander abzuwägen.

So wird es wohl auch im sogenannten reduzierten Leitsystem, das Menschen mit körperlichem Handicap die Orientierung erleichtern soll, keine großflächigen farblichen Kontraste vor mittelalterlicher Bausubstanz geben. Stattdessen wird entlang der Johannes-Paul-II.-Straße eine rinnenartige Vertiefung im Pflaster die Richtung vorgeben.

Eine optische Verbindung zwischen Domschatzkammer und der gegenüberliegenden Dominformationsstelle soll durch den Einsatz von Blaustein geschaffen werden. Überhaupt soll neben dem geschnittenen Grauwacke-Großpflaster häufig Blaustein genutzt werden, um markante Orte im Pfalzbezirk hervorzuheben.

Diskussion um den Klosterplatz

Während die Ausführungen der Verwaltung größtenteils die Zustimmung der Fraktionen fanden, herrschte Uneinigkeit über die Neugestaltung des Klosterplatzes. Der soll nämlich begrünt werden und mit einigen Bänken zu einem lauschigen Aufenthaltsort werden.

Gleichzeitig soll dort aber auch genug Raum bleiben, um sechs Behindertenparkplätze unterzubringen. SPD und FDP zweifelten an mehreren Details in dieser Planung, einige Diskussionen über den Klosterplatz werden sicherlich noch folgen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert