Aachen - Barockfabrik fürchtet Bannstrahl der Politik

Barockfabrik fürchtet Bannstrahl der Politik

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Mehr Programm für Erwachsene statt Kinder? Dies zumindest schlägt die Verwaltung jetzt in Sachen Barockfabrik vor, um die Bildungsangebote für den kreativen Nachwuchs in einer neuen Stabsstelle besser zu bündeln.

Aachen. Im Grunde ist die Auseinandersetzung um den imposanten Backsteinbau am Graben so alt wie die Barockfabrik selbst: Seit Jahr und Tag ringen Politik und Verwaltung um die Zukunft des Hauses – auch weil die personelle „Ausstattung“ der städtischen Einrichtung für Kinder- und Jugendkultur allerhand zu wünschen übrig lässt. Deshalb will der Kulturbetrieb jetzt Nägel mit Köpfen machen – konkreter gesagt: einem kreativen Kopf.

Der soll auch und vor allem die stetig wachsende Palette unterschiedlichster Projekte in Museen, Schulen etc. in einer Abteilung „Bildung und Vermittlung“ federführend abstimmen. Dazu soll eine Stelle eingerichtet werden.

Doch just die Programmmacher vom Löhergraben kritisieren die Pläne auf ihrer (letztlich mithin städtischen) Homepage massiv. Denn: „Dies wirkt sich notwendigerweise auf den Umfang des Eigenprogramms der Barockfabrik aus“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Kulturausschuss (Donnerstag, 21. Februar, ab 17 Uhr, Nadelfabrik am Reichsweg).

Darin wird der Politik nun nahegelegt, lediglich den Roten Saal und das Erdgeschoss auch künftig für Figurentheater, darunter das Schängche, sowie Kindertheater zu reservieren – und zwar nicht nur aus finanziellen Gründen: Trotz umfänglicher Maßnahmen und Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit sei „die architektonische Grundstruktur“ des Hauses für Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren nach wie vor „problematisch“. Denkbar sei daher, die oberen Etagen fortan als Kulturstätten für Erwachsene zu nutzen.

„Damit würden also weitere Mittel für das Kinder- und Jugendprogramm in der Barockfabrik abgezogen“, zürnt Alexandra Lünskens, Leiterin des Hauses. Dabei ließen sich Probleme mit Sicherheit und Technik am einfachsten lösen, indem zumindest zeitweise ein Hausmeister und Pförtner bereitgestellt werde. „Das ist leider immer abgelehnt worden“, sagt Lünskens. „Ich will aber weiter dafür kämpfen, dass die Barockfabrik als wichtiges Kultur- und Bildungszentrum für Familien erhalten bleibt. Schon in der Vergangenheit sind wir mit diesem Anliegen von vielen Veranstaltern und Nutzern unterstützt worden.“

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