Aachen - Barockfabrik bleibt ein Streitthema

Barockfabrik bleibt ein Streitthema

Von: Svenja Pesch
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Aachen. Die Barockfabrik beziehungsweise die politische Auseinandersetzung um die künftige Nutzung des Hauses am Löhergraben bleibt Stein des Anstoßes. Für hitzige Diskussionen sorgte die geplante Neukonzeption zur Koordination der kulturellen Bildung in der Städteregion im Kulturausschuss des Rates.

Nach einem Ratsantrag von CDU und Grünen wird in dem Konzept die Errichtung einer Koordinationsstelle im Bildungsbüro der Städteregion befürwortet, von der aus kulturelle Angebote etwa für Schulen gesteuert werden. Die Angebote in der Barockfabrik würden somit wegfallen.

CDU und Grüne begrüßten den ersten Entwurf der Verwaltung, wohingegen die SPD den Plänen ablehnend gegenübersteht. „Eine vernünftige Koordination ist gut, aber Innovation, Kreativität und Individualität kommen zu kurz“, meinte SPD-Ratsfrau Sibylle Reuß. „Unser Antrag diesbezüglich ist gar nicht einbezogen worden, weshalb wir dem Konzept nicht zustimmen, sondern die Verwaltung mit einer Konkretisierung eines Konzeptes beauftragen.“ Ruth Crumbach-Trommler von der FDP ergänzte, die Koordinierung sei zu streng hierarchisch, und es seien zu viele Akteure in den Steuergruppen. Die Stadt Aachen solle die Koordination weiter eigenständig übernehmen.

Kulturbetrieb für Bildungsbüro

Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs, sprach sich hingegen ebenfalls für das Konzept aus: „Mit dem Bildungsbüro gehen wir einen Schritt in die richtige Richtung, denn durch die Städteregion ist es möglich, mehr Kinder zu erreichen, und durch Strukturen kann jedes Kind von den Angeboten der kulturellen Bildung profitieren. Wir brauchen keine Einzelkämpfer.“

Im Oktober soll ein neuer Entwurf vorgestellt werden, der auch die Frage der Finanzierung mit einbezieht. Auch die Idee einer Evaluierung nach zwei bis drei Jahren wurde im Kulturausschuss thematisiert. So könne man auswerten, ob sich das Projekt in der Realisierung wirklich rentiere.

Ohne Diskussionen, sondern mit Zustimmung aller Beteiligten wurde die Einrichtung eines Workshops für die freie Kultur zur Kenntnis genommen. Rick Takvorian vom Veranstaltungsmanagement des Kulturbetriebs stellte die Inhalte vor. Ziel sei es, die „freie Szene“, wie freie Theater, Bands oder bildende Künstler besser zu erreichen und eine Zusammenarbeit mit der Stadt zu fördern. Routine und Strukturen seien ebenso ein Thema, wie die Frage, in welcher Form man mit der Stadt kooperieren wolle. Ob es einen oder mehrere Workshops gibt, ist noch nicht klar, ebenso ob ein Spartenprogramm oder gezielte Inhalte angeboten werden. Die Ausarbeitung des Projektes sowie die finanziellen Aspekte werden in den kommenden Wochen geklärt.

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