Barlow steigt Ludwig Forum aufs Dach

Von: Anna von Negri
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Hoch hinaus: Die Engländerin
Hoch hinaus: Die Engländerin Phyllida Barlow stellt sieben überdimensional große Werke ab Sonntag im Ludwig Forum aus. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vier große Lkw mussten anrollen, um die Ausstellungsstücke von Phyllida Barlow im Ludwig Forum präsentieren zu können. Die Künstlerin aus London erhält am Sonntag den Kunstpreis Aachen 2012, der alle zwei Jahre an internationale Künstler verliehen wird.

Im Rahmen der Auszeichnung erfolgt gleichzeitig die Eröffnung ihrer Ausstellung „Brinks”. Sieben raumgreifende Werke hat Barlow exklusiv für das Ludwig Forum geschaffen.

Mit einfachen Materialien wie Holz, Styropor, Leinen, Lack, Gips und Kunststoff möchte die 1944 in England geborene Künstlerin Skulpturen schaffen, die in ihrer Dimension in den direkten Kontakt mit dem Betrachter treten. Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig Forums Aachen, bewundert die besondere Position zwischen Malerei und Skulptur: „Ist es dreidimensionale Malerei oder Skulptur, die Malerei ist? Das ist das Besondere.” Außergewöhnlich ist wohl auch die Größe der Werke. Acht Meter in die Höhe ragt etwa ein riesiger grauer Turm aus Styropor, Zement und Malerei, der den Namen „the sad monument” trägt. Übrigens eine der Skulpturen, die tatsächlich eine Bezeichnung erhalten hat. Andere sind namenlos.

Von London nach Aachen

„Ich bin nicht gut darin, Titel zu vergeben”, gesteht Barlow ein. Und noch etwas ist wohl anders an der Ausstellung der Britin. Erst nach dem Aufbau, der in den kommenden Tagen abgeschlossen sein wird, sieht die Künstlerin ihre Skulpturen zum ersten Mal. Aufgrund der enormen Größe der Werke musste sie ihre Exponate schrittweise produzieren, damit sie von London nach Aachen transportiert werden konnten.

Neben dem „sad monument” werden noch sechs andere riesige Gebilde aus Holz, Textilstoffen und anderen Materialien zu sehen sein. Einige davon finden ihren Platz auf dem Dach des Ludwig Forums. „Das ist eine Premiere für uns. Die Werke werden dann von innen zu begutachten sein”, sagt Brigitte Franzen. Bis zur Ausstellungseröffnung am Sonntag haben Phyllida Barlow und ihr britisches Aufbauteam noch einiges zu tun. „Ich bin sehr nervös und freue mich darauf, alles fertigzustellen, weil es so wahnsinnig viel Arbeit ist”, betont Barlow.

Die Besucher können dann die erste Einzelausstellung der britischen Künstlerin in Europa sehen. Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 13. Mai, um 12 Uhr im Ludwig Forum statt. Zu bestaunen sind die raumfüllenden Gebilde noch bis zum 26. August. Was danach mit den Werken passiert, ist noch unklar. Möglicherweise müssen dann nicht erneut vier große Lkw anreisen, denn Barlow sieht es als Aufwertung des Präsenzaspektes, ihre Skulpturen anschließend zu zerstören.
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