Barbaraschule: wenige Anmeldungen, aber viel Hoffnung

Von: Stefan Herrmann
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Zuversichtlich: Hildegard Bodewig ist neue Schulleiterin der Grundschule Brühlstraße mit dem Teilstandort Barbarastraße. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Zuversicht und die Freude an der Herausforderung ist ihr regelrecht im Gesicht abzulesen: Seit vier Wochen ist Hildegard Bodewig neue Leiterin der Grundschule Brühlstraße in Eilendorf und somit auch des Teilstandorts in der Barbarastraße. Gerade die kleine Schule in Rothe Erde gilt jedoch seit Jahren als Sorgenkind.

Nur sehr wenige Eltern haben ihre Kinder zuletzt in der Einrichtung im sozial schwachen Stadtteil angemeldet. Für das kommende Schuljahr sind es aktuell gerade einmal vier. Das würde nicht reichen, um ab Sommer eine Eingangsklasse einzurichten. Also alles andere als einfache Umstände, um einen neuen Job anzutreten. Doch Bodewig, 53, ist überzeugt vom Standort, von der Arbeit ihrer Kollegen und davon, dass man das Ruder noch einmal herumreißen kann. Da passt es, dass es pünktlich zum Aktionstag, der am Freitag in der Schule stattfindet (siehe Infobox), eine frohe Botschaft gibt.

Denn die Turnhalle der Grundschule Barbarastraße ist wieder soweit hergerichtet worden, dass Kinder und Lehrer den Besuchern dort die vielfältigen Sportangebote präsentieren können. Die Halle fungierte – als erste überhaupt in Aachen – bis Anfang des Jahres als Notunterkunft für Flüchtlinge. So schnell wie möglich sollen auch Umkleiden und Sanitärbereiche wieder wieder so eingerichtet sein, dass der komplette Schul- und Vereinssport wie gewohnt über die Bühne gehen kann. „Das ist ein sehr gutes und wichtiges Signal für uns“, freut sich Bodewig.

Seit 25 Jahren arbeitet sie als Lehrerin, war vor allem in der Ausbildung für das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) tätig. Die neue Aufgabe bezeichnet sie als „umfangreich und herausfordernd“. Unterstützt wird sie von insgesamt 18 Kolleginnen, die an beiden Schulstandorten unterrichten.

Der Fokus liegt in diesen Tagen aber sicherlich auf der Barbara-schule. „Wir kämpfen um den Erhalt dieses Standorts“, sagt Bodewig selbstbewusst. „Wenn wir weitere acht gesichterte Anmeldungen zusammenbekommen, wäre es sehr wahrscheinlich, dass es klappt“, rechnet sie vor. Bei elf Anmeldungen zuästzlich zu den vier bereits vorhandenen wäre eine neue 1. Klasse in trockenen Tüchern. „Ich finde es bewundernswert, mit welchem Engagement das Kollegium hier unterwegs ist“, beschreibt Bodewig ihren rundum positiven Eindruck nach den ersten vier Wochen.

Auch von Seiten der Politik und der Verwaltung erhalte man Unterstützung. Nur: Anmelden müssen letztlich Eltern ihre Kinder an der Barbaraschule. Um diese noch besser und früher anzusprechen, ist jüngst die Kooperation mit den beiden Kindertagesstätten im Umfeld – Kita St. Barbara und Weißwasserstraße – noch einmal intensiviert worden.

Das ist ein Ergebnis des runden Tisches, der Anfang des Jahres mit zahlreichen Akteuren aus der Schule, der Verwaltung, der Politik und dem Stadtteil tagte. Die Politik hatte zuvor bereits über Parteigrenzen hinweg klargestellt, dass man noch einmal alles in die Waagschale werfen wolle, um die kleine Schule in Rothe Erde zu retten.

Derzeit besuchen 50 Kinder in jahrgangsgemischten Klassen die Barbaraschule, 43 davon gehen auch in eine der beiden OGS-Gruppen. „Wir leisten hier gute pädagogische Arbeit“, ist Bodewig überzeugt und hofft, dass der Aktionstag die „Schule in der Nachbarschaft“ stärker ins Bewusstsein der Menschen im Stadtviertel rückt. Ob sich das in den nächsten Wochen in den Anmeldezahlen niederschlägt? Hildegard Bodewig kontert Zweifel mit Zuversicht. „Hier wird gute Arbeit geleistet. Das Bewährte wollen wir fortsetzen.“ Doch erst einmal wird die Werbetrommel gerührt – für eine kleine Schule, deren Aus letztlich auch ein fatales Signal für einen ganzen Stadtteil bedeuten würde.

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