Bankraub in Aachen: Polizei hofft auf Täterbeschreibung

Von: red/dpa
Letzte Aktualisierung:
000002975249baa7_2014_11_19pol0008.JPG
Bankräuber haben am Mittwoch 16 Bankangestellte bedroht und sind dann mit ihrer Beute geflohen. Nach Polizeiangaben waren die dunkel gekleideten Räuber vor der offiziellen Öffnung in die Bank eingedrungen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nach dem spektakulären Bankraub in Aachen setzt die Polizei die Vernehmung von Zeugen fort. Man hoffe insbesondere auf Personenbeschreibungen, um gezielter nach den flüchtigen Tätern suchen zu können, hieß es am Donnerstag.

Darüber hinaus prüft die Polizei, ob es Parallelen zu anderen Überfällen bundesweit gibt. Das sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Dazu gehören auch zwei ungeklärte Banküberfälle in Aachen aus den Jahren 2012 und 2013.

Zu den „Perücken-Räubern” gehörte laut Polizei nach Zeugenaussagen eine Frau, die Deutsch sprach. Bei dem Überfall im Juli 2012 auf ein Geldinstitut an der Sandkaulstraße in Aachen hatten vier Bankräuber - drei Männer und eine Frau - die Bankangestellten in einem Raum eingesperrt. Auch diese Frau trug damals Perücke und Sonnenbrille, die drei Männer Brillen.

Auch bei dem Aachener Überfall im Juli 2013 auf eine Filiale der Aachener Bank in der Jakobstraße/Ecke Stromgasse hatten zwei Männer und eine Frau den Bankangestellten vor Dienstbeginn aufgelauert. Wiederum trug die Frau eine Perücke und gab den Ton an, in akzentfreiem Hochdeutsch. Die Männer waren mit Perücken und Schlapphut maskiert.

Beim Überfall auf eine Pax-Bank am Mittwoch am Löhergraben trugen die Räuber ebenfalls Perücken und Sonnenbrillen. Sie fesselten dabei 16 Bankangestellte und bedrohten sie. Das berichtete die Polizei.

Beute „in nicht unerheblicher Höhe”

Die vier bis sechs dunkel gekleideten Räuber waren vor der offiziellen Öffnungszeit in die Bank eingedrungen und warteten auf die nach und nach eintreffenden Bankangestellten. Die Angestellten wurden gefesselt und mit mindestens einer Waffe bedroht, die wie eine Schusswaffe aussah. Für die Opfer sei das eine extreme Situation, möglicherweise verbunden mit Todesangst, sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter NRW, Sebastian Fiedler, der Deutschen Presse-Agentur. „Ein Banküberfall in dieser Dimension ist selten.“

Die Polizei konnte die Zahl der Räuber, die nach der Tat flohen, nicht genau angeben, da die Angaben der Opfer auseinandergingen. Die Täter forderten die Herausgabe von Bargeld aus dem Tresor. Sie seien mit der Beute „in nicht unerheblicher Höhe” in Richtung Innenstadt geflohen, teilte die Polizei mit. Ob sie zu Fuß oder mit Fahrzeugen unterwegs waren, wurde nicht bekannt. Schließlich befreite sich den Angaben zufolge ein Bankangestellter selbst aus den Fesseln und alarmierte gegen 8.30 Uhr die Polizei. Die Opfer wurden von Notfallseelsorgern betreut.

In der Nähe des Tatorts fanden die Ermittler den Angaben zufolge Bekleidungsgegenstände, die möglicherweise von den Tätern stammten. Die Polizei setzte bei ihrer Fahndung Suchhunde ein. Die Ermittler klapperten bei der Suche nach Zeugen auch Häuser im direkten Umfeld der Bank ab.

„Das waren Profis”, sagte Polizeisprecher Werner Schneider. Um 16 Bankangestellte in Schach zu halten und für die Koordination von mehreren Komplizen brauche man Erfahrung. Die Angestellten seien geschockt. „Man stelle sich vor, da kommen dunkle Gestalten mit einer Schusswaffe in die Bank. Da weiß man doch nicht, wie komm ich da raus aus der Nummer”, sagte der Polizeisprecher.

Eine Frau unter den Tätern

„Ein Banküberfall in dieser Dimension ist selten”, erklärte Fiedler. Nicht ohne Grund. Der Strafverfolgungsdruck bei solchen Taten sei sehr hoch: „Es werden sich viele mit dem Fall beschäftigen, um die Täter zu kriegen.” Das Tatmuster deute auf ein bestimmtes Täterklientel hin: Solche Räuber brauchten Kontakte, um skrupellose und gewaltbereite Komplizen zu finden oder Waffen zu besorgen. Im Vergleich zur Internetkriminalität sei die Strafandrohung bei Banküberfällen außerdem deutlich höher und könne auch im zweistelligen Bereich liegen.

Die Fahndung laufe, auch im benachbarten Belgien und in den Niederlanden, teilte die Polizei Aachen mit. Wie es die Bankräuber schafften, in die Bank zu kommen und womit sie ihre Opfer fesselten, dazu sagte die Polizei aus taktischen Gründen nichts.

Da der Überfall während des Berufsverkehrs stattfand, bittet die Polizei um Hinweise aus der Bevölkerung zu auffälligen Beobachtungen. Diese nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0241-95770 entgegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (29)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert