Bandprojekt „P.U.L.S.E.“ stellt neues Album vor

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
15319814.jpg
Feinste Kompositionen: In der Klangbrücke zeigten die Musiker von „P.U.L.S.E.“ ihr herausragendes Können.

Aachen. Kobaltblau, so ist der Himmel im Hochgebirge, und so heißt auch das neue Album von P.U.L.S.E – das Bandprojekt des Aachener Saxofonisten, Bandleaders, Komponisten und Jazz-Musikers Werner Hüsgen. P.U.L.S.E. veröffentlichte 1998 mit dem Album „Amsterdam Groove“ eine CD, die im Bereich der Fusion-Szene für große Aufmerksamkeit sorgte.

Die Gruppe verband Elemente des Hip-Hops mit dem Jazz. Einige Jahre ruhte das Projekt, wurde aber kürzlich neu ins Leben gerufen. 2017 erschien das neue Album „Kobaltblau“, welches anders als „Amsterdam Groove“ fast vollständig instrumental ausgelegt ist – und hochkarätig besetzt. Von neun Titeln stammen acht aus Hüsgens Feder – eines, „Watch the World“, ist von Gitarrist Wolf Martini.

Schon das erste Stück des Konzerts in der Klangbrücke in Aachen, welches anlässlich des Erscheinens der neuen CD stattfand, zeigte die klangliche Besonderheit der Band: Jeder Musiker erhielt bei „Unterwegs“ die Möglichkeit, sich und sein Können zu präsentieren, ohne dass ein Holzhammer bemüht werden musste. Mit samtweichen Trompetenklängen (Carlo Nardozza) untermalt mit einem satten Sound des E-Bass’ (Werner Lauscher) eröffnete sich eine einzigartige Klangwelt mit vielen Motiven.

Ein großes Lob ging dabei an Chris Fehre, denn dieser war kurzfristig als Percussionist eingesprungen und spielte viele der Stücke vom Blatt. Eine Leistung, die keinesfalls unterschätzt werden darf, denn die Stücke waren rhythmisch anspruchsvoll und hochkomplex. Das war auch dem Schlagzeug (Gerd Breuer) anzumerken.

„Bebop Beyond“ setzte musikalische Akzente. Gleichzeitig war das Stück ein wunderbares Beispiel für den klanglichen Unterschied zwischen einem Keyboard und einem Flügel, beides gespielt von Gero Körner. Viel Zwischenapplaus erhielt zudem Peter Hermesdorf, der mit einem Solo am Tenor-Saxofon überzeugte. Nach zwei sehr energischen Stücken folgte mit „Volkslied“ eine Ballade: „Ich weiß, dass wir Ihre Ohren ein bisschen strapazieren mit den Blechbläsern hier vorne“, meinte Werner Hüsgen.

Den Eindruck, dass sich das Publikum strapaziert fühlte, gewann man jedoch nicht. „Volkslied“ war dennoch ein Stück zum entspannten Zurücklehnen. „That same old feeling“ klang zu Beginn fast ein bisschen gewöhnlich, ist man bei Hüsgen doch deutliche Kante und neue Höreindrücke gewöhnt, jedoch veränderte sich dies im Laufe des Stückes. Ein Flirt mit dem Soul und der lateinamerikanischen Musik war nicht zu leugnen.

Dass sich Hüsgen in seinen Kompositionen auch von anderen Musikstilen inspirieren lässt, zeigte nach der Pause „Le Maghreb“. In der Komposition, die man getrost der Weltmusik zuordnen konnte, vermischten sich westliche Höreindrücke mit den Klängen der nordafrikanischen Mittelmeerstaaten. Mit Wolf Martinis „Watch the World“ folgte ein ruhiges Stück, eines, das herausstach aus den restlichen Stücken. Fast schon melancholisch klangen Querflöte (Werner Hüsgens), Flügelhorn (Carlo Nardozza) und Akkustikgitarre. Das herausragende Posaunensolo (Thorsten Heitzmann) sorgte wieder für lauten Zwischenapplaus.

Das titelgebende Stück „Kobaltblau“ erinnerte klanglich zwar nur in Grundzügen hier und da an eine Bergwelt, griff aber das Bild auf, die Gedanken einmal einfach frei schweben zu lassen. So, wie Hüsgens es in der Anmoderation beschrieb: sich einfach auf die Wiese legen, den kobaltblauen Himmel betrachten und die Gedanken schweifen lassen.

Die CD „Kobaltblau“ ist ab sofort überall im Handel erhältlich. Der Preis kann variieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert