Bald endlich Bewegung unterm Bahnhof?

Von: Oliver Schmetz
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Blick auf den Hauptbahnhof: Seit vielen Jahren wird immer wieder über einen Südausgang Richtung Burtscheid (rechte Bildseite) diskutiert. Wann er Realität wird, steht in den Sternen. Immerhin soll jetzt eine Vorplanung ausgeschrieben werden. Foto: Michael Jaspers
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So soll es nicht werden: Der alte Fußgängertunnel zwischen Hackländerstraße und Kasinostraße wird immer wieder verunstaltet.
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Durchstich: Dieser Tunnel zu den Gleisen soll zukünftig einen Ausgang nach Burtscheid erhalten.

Aachen. Was lange währt, wird endlich gut: Wenn das alte Sprichwort stimmt, dann wird der Südausgang des Aachener Hauptbahnhofs ein richtiger Kracher. Schließlich wird die bessere Anbindung des Stadtteils Burtscheid an den zentralen Schienenknoten schon seit rund 25 Jahren immer wieder gefordert, diskutiert, ernsthaft in Erwägung gezogen, geplant – um dann doch wieder in der Versenkung zu verschwinden.

Zuletzt schien das wieder der Fall gewesen zu sein. Im Frühjahr 2014 hatte die Politik noch einstimmig grünes Licht für eine überraschende Kehrtwende bei dem Vorhaben gegeben: Statt eines Brückenschlags nach Burtscheid sollte es nun eine Tunnellösung geben, also einen Durchstich des bestehenden Tunnels unter den Gleisen hindurch zur anderen Seite.

Das sei einerseits machbar, andererseits billiger als eine Brücke und – was bei solchen Projekten nicht unwichtig ist – auch die von der Bahn favorisierte Variante. Auch dass über den seit langem erhofften Haltepunkt für den ICE nach London frühestens 2016 entschieden werde, sei kein Problem, hieß es damals. Man wolle den Südausgang unabhängig davon realisieren, beteuerte die Stadt – bevor es dann wieder für 14 Monate sehr ruhig wurde um das Thema.

„Viele schwierige Gespräche“

Doch das heiße natürlich nicht, dass das Projekt Südausgang wieder einmal auf Eis liege, beteuert nun Axel Costard vom städtischen Presseamt auf AZ-Anfrage. Zwar sei das Vorhaben in der Zeit der Haushaltssperre ebenso blockiert gewesen wie andere Großprojekte – beispielsweise die Auslobung des Wettbewerbs für das Quartier rund um den Büchel –, doch habe man auch in dieser Zeit „sehr viele schwierige Gespräche geführt“ und weiter an dem Projekt gearbeitet.

Mittlerweile seien auch alle erforderlichen Gutachten zum Boden, zum Grundwasser und zu den Altlasten eingeholt und außerdem Sondierungsbohrungen vorgenommen worden, weswegen nun der nächste Schritt anstehe: „Nach den Sommerferien werden wir die Vorplanung ausschreiben“, kündigt Costard an.

Und auch wenn das eigentlich so klingt, als wäre man von der Hauptplanung oder gar der Fertigstellung immer noch ein gutes Stück entfernt, sieht man das bei der Stadt positiv: „Damit sind wir schon einen Schritt weiter“, sagt Costard.

Nur zweite Prioritätsstufe

Wie viele Schritte noch folgen werden und wie lange das dauern wird, vermag wohl immer noch niemand zu sagen – auch wenn sich das Ganze schon rund ein Vierteljahrhundert hinzieht. So sehr drängt die Zeit für den Tunneldurchstich aber auch nicht.

Die für den Südausgang ebenfalls notwendigen Maßnahmen wie die Straßenanbindung an die Kasinostraße, der Bau von Bushaltestellen oder die Vorplatzgestaltung stehen im aktuellen Innenstadtkonzept erst in der zweiten Prioritätsstufe. „Das heißt, dass wir erst nächstes Jahr die Anträge für Fördermittel stellen werden“, sagt Costard.

Bleibt also ohnehin noch reichlich Zeit für die Tunnelvorplanung. Oder anders gesagt: Die Chancen steigen weiter, dass der Südausgang des Aachener Hauptbahnhofs ein richtiger Kracher wird.

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