Richterich - Bakterien im Weiher an Schloss Schönau: Keine Gefahr für Menschen

Bakterien im Weiher an Schloss Schönau: Keine Gefahr für Menschen

Von: Stephan Mohne
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Qualvoll verendet: Das Robert-
Qualvoll verendet: Das Robert-Koch-Institut hat die giftproduzierenden Bakterien nachgewiesen, die für den Tod zahlreicher Tiere wie diesem Fisch im Richtericher Schloss Schönau verantwortlich sind. Für Menschen sind die Bakterien offenbar nicht gefährlich. Foto: Andreas Steindl

Richterich. Aufatmen in Richterich: Die Bakterien im Weiher von Schloss Schönau sind offenbar nicht gefährlich für Menschen. Bei den Analysen des Robert-Koch-Instituts war der Erreger „Clostridium botulinum” in einem Karpfen und einer Ente nachgewiesen worden.

Nach Auskunft der Stadt vom Donnerstag handelte es sich um den Typ C des Bakteriums - insgesamt gibt es acht Formen von A bis G. Dieser Typ ist anders als vier Artgenossen für den Menschen nicht gefährlich.

Besser gesagt: das von den Bakterien produzierte Supergift Botulinum-Toxin. Und: Da die festgestellte Menge ebenfalls gering gewesen sei, geht die Stadt nun auch davon aus, dass für Tiere - Hunde und Katzen zum Beispiel - keine Gefahr besteht. Zuletzt seien überdies keine toten Tiere mehr entdeckt worden. Seit Anfang Juli waren rund 50 Enten und Schwäne und etliche Fische an dem Weiher verendet.

Absperrungen bleiben vorerst

Am Donnerstag trafen sich Vertreter mehrerer Fachämter in Richterich, um die Lage zu besprechen. Ein Ergebnis ist, dass die Absperrungen rund um den Weiher erst einmal vorsichtshalber stehen bleiben. Zudem wird die Feuerwehr den See mit Wasser berieseln, damit mehr Sauerstoff hineinkommt. Außerdem wird für die Zukunft ein ausgewogener Pflanzen- und Fischbestand angestrebt.

Diesbezüglich wolle man auch noch einmal Kontakt mit dem Angelverein Richterich aufnehmen, so Rita Klösges vom Presseamt. Soweit die bereits beschlossenen Maßnahmen. Alles weitere werde man nach und nach abwägen. Zum Beispiel, ob der erst vor wenigen Jahren entschlammte Weiher noch einmal einer gründlichen Reinigung unterzogen wird.

Wohl nicht mehr zum Einsatz wird eine Pumpe kommen, die bis zu dieser Entschlammung im Weiher installiert war und regelmäßig für Sauerstoffzufuhr sorgte. Sie wurde nach der Reinigungsaktion abgebaut. Und laut Klösges glauben die städtischen Fachleute, dass sie mit den nun beschlossenen Maßnahmen auch nicht wieder nötig wird. Besorgte Richtericher, die dabei sind eine Bürgerinitiative zu gründen, fordern genau diesen Wiedereinbau. Bereits 2011 sei der Weiher wegen Sauerstoffmangels „umgekippt”, habe es viele tote Fische gegeben - damals allerdings keine durch Gift getöteten Wasservögel, heißt es in Richterich.

Füttern ist verboten

Die Stadt weist außerdem noch einmal eindringlich darauf hin, dass das Füttern der Tiere am und im Weiher verboten ist. Augenzeugen berichten, dass teils ganze Tüten mit Brot mitgebracht und verfüttert werden. Dies, so die Stadt, könne mit einem Bußgeld geahndet werden. Durch das Übermaß an Futter werden zusätzliche Wasservögel angelockt - und auch die Karpfen und Brassen im Wasser können vor allem bei niedrigeren Temperaturen nicht alles wegfressen. Vergammelnde Essensreste und immer mehr Vogelkot sorgen im Schlamm am Boden für einen idealen Bakteriennährboden.

Für kommenden Dienstag, 17 Uhr, lädt die Stadt zu einer Bürgerinformation ins Schloss Schönau ein. Am Mittwoch, 18 Uhr, tagt dort die Bezirksvertretung. Und am Donnerstag um 19 Uhr trifft sich die Bürgerinitiative „Brunnen im Schlossparkweiher” auf dem Rathausplatz, um für ihre Anliegen zu demonstrieren.
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