Bahnhof: Tunnelbau statt Brückenschlag nach Burtscheid

Von: Oliver Schmetz
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Durchbruch: Die Verwaltung plädiert dafür, den Personentunnel im Hauptbahnhof bis nach Burtscheid zu verlängern. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Idee vom Brückenschlag nach Burtscheid wird begraben, stattdessen will man kräftig buddeln, um den seit langem geplanten Südausgang für den Aachener Hauptbahnhof endlich zu realisieren: Tunnel statt Brücke – diese überraschende Wendung wird die Verwaltung der Politik in der nächsten Sitzung des Mobilitätsausschusses am Donnerstag kommender Woche präsentieren.

Für Fahrgäste praktischer

Laut Stadt kam der Anstoß zu dieser neuen Weichenstellung von der Deutschen Bahn, die der Kosten wegen angeregt habe, die bereits vor Jahren schon einmal ins Auge gefasste „Tunnelöffnung“ nochmals gründlich zu prüfen. Das Ergebnis liegt jetzt vor und spricht laut Planern klar gegen eine Brücke von Burtscheid zu den Bahngleisen: Denn ein Tunnel ist demnach nicht nur technisch machbar, sondern soll auch deutlich billiger werden. Und nicht zuletzt soll diese Lösung auch für die Fahrgäste erheblich praktischer sein.

Denn der Tunnel besteht größtenteils schon: Gemeint ist die Unterführung der Bahngleise im Bahnhofsgebäude, die bislang hinter Gleis 9 an einer Wand endet. Hinter dieser Wand – laut Verwaltungsvorlage eine „Schwergewichtsstützwand“ – müsste man den Tunnel um etwa zwölf Meter weiter vorantreiben und könnte ihn dann über eine Treppenanlage nebst Aufzug nach oben hin zu einem neuen Vorplatz öffnen, der hinter dem Bunker an der Kasinostraße angelegt werden soll.

Dies alles würde, so schätzen es die Gutachter, knapp 3,4 Millionen Euro kosten. Eine Brücke, die von Burtscheid aus alle Gleise anbindet, schlüge dagegen mit gut 4,5 Millionen Euro zu Buche. Und: Weil die Bahn bei einem Brückenbau unter anderem ihre Haupteinspeiseleitung für die Stromversorgung besonders sichern oder sogar verlegen müsste, kämen weitere Kosten im sechs- bis siebenstelligen Bereich hinzu. Zwar gibt es auch Pläne für eine kleine Brückenlösung, die nur bis Bahnsteig 8/9 reichen und lediglich 1,2 Millionen Euro kosten würde, doch wäre dies aus Sicht der Verwaltung „keine anzustrebende dauerhafte Lösung“.

Neben der Kostenfrage sehen die Planer weitere Vorteile in der unterirdischen Verbindung – etwa bei der Orientierung und der Wegeführung von Burtscheid aus zum Hauptbahnhof und weiter in Richtung Innenstadt. Denn die Fußgänger und Fahrgäste erreichten so die zentralen Einrichtungen im Bahnhof auf direktem Weg durch den bestehenden Personentunnel, während bei einer Brücke Umwege über die Bahngleise erforderlich wären.

Und nicht zuletzt würde ein Tunnelbau auch die derzeit noch offene Entscheidung bezüglich eines Aachener Haltepunkts für einen ICE nach London nicht berühren. Denn egal ob Tunnel- oder Brückenanbindung – die aufwändige Infrastruktur für diesen Halt muss laut Verwaltung davon völlig unabhängig auf Bahnsteig 8/9 eingerichtet werden. Im Übrigen ist das noch Zukunftsmusik. Wegen der Verspätungen bei der Auslieferung der Züge wird laut Bahn frühestens 2016 über die ICE-Haltepunkte entschieden. Und wenn die Politik am nächsten Donnerstag grünes Licht gibt, könnte man in Aachen bis dahin zumindest schon mal mit dem Buddeln angefangen haben.

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