Bahnhof Rothe Erde: Bahn bremst Stadt weiter aus

Von: Thorsten Karbach
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Tristesse pur: Am Bahnhof Roth
Tristesse pur: Am Bahnhof Rothe Erde wird nun gearbeitet. Aber groß fällt der Eingriff nicht aus. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit Verspätung hat die Bahn eine Baustelle an der Fassade des Bahnhofs Rothe Erde nun auf das sprichwörtliche Gleis gesetzt. Es ist nicht die erste Verspätung an diesem Haltepunkt, aber zuletzt hatte die Planung nicht nur Zeit, sondern auch Nerven gekostet.

„Es ist eine schwierige Situation, wir hoffen, dass wir nun zumindest eine erträgliche Lösung gefunden haben”, erklärt dementsprechend die städtische Planerin Heike Ohlmann. Doch der Eindruck bleibt, dass trotz „erträglicher Lösung” viel Tristesse bleibt.

Während die Bauarbeiter an einem der alten Bögen Hand anlegen, steht die Stadt Aachen weiter vor der Frage, wie es am Bahnhof Rothe Erde weitergehen soll. Denn bis Jahresende können „nur” für 18.000 Euro die Bögen rund um den Eingang bearbeitet werden. Der Großteil der Fassade hinter dem Parkplatz Beverstraße bleibt unberührt. Auch die Ecke schräg gegenüber dem Bahnhof, wo ein Kfz-Händler bislang auf Bahngelände firmierte, bleibt unangetastet. „Die Bahn will einfach nicht investieren. Die übrigen Bögen werden wohl ewig so bleiben, wie sie sind”, sagt Ohlmann und klingt durchaus verärgert. Und in der Tat bestätigt die Deutsche Bahn auf Anfrage, dass an Aachens Bahnhöfen in absehbarer Zeit keine Baumaßnahmen anstehen.

Das Problem am Bahnhof Rothe Erde ist, dass das eigentliche Gebäude der Bahn gehört, die aber kein Interesse an einer Verschönerung hat. Das wiederum hat die Stadt Aachen, sie klagt schon länger über den schlechten Eindruck, den die maroden Mauern hinterlassen. „Wenn wir nichts tun, lässt die Bahn hier alles so stehen”, ärgert sich Ohlmann.

Letztlich hat man sich verpflichtet, in Eigenregie nicht nur den Vorplatz (2009 nach 930.000-Euro-Umgestaltung eröffnet), sondern auch die Bahnhofsmauern zu sanieren. Allerdings in Absprache mit der Bahn, denn die ist für die Unterhaltung verantwortlich. „Die wünscht sich entsprechend etwas Pflegeleichtes. Und wenn man weiß, dass die Bahn nach dem Umbau nicht pflegt, dann nutzt ein aufwändiger Umbau auch nichts”, sagt Ohlmann.

Nun wird also bloß das Mauerwerk ausgebessert, um die alte Struktur des Bahnhofs wieder zu betonen. In die Bögen werden anschließend beleuchtete Metallrahmen eingezogen. Andere Ideen, wie Schaukästen, mussten wieder verworfen werden. „Wir sind mit unserer Idee an der Bahn gescheitert, wieder Leben in die Bögen zu bringen. Aber wir können sie eben nicht zwingen”, erklärt Ohlmann.

Im nächsten Jahr wird laut Ohlmann immerhin der Tunnel verschönert. Hier ist eine neue Wandgestaltung beschlossene Sache. „Auch das war ein längerer Prozess mit der Bahn”, sagt sie. Aber an Verspätungen hat man sich am Bahnhof Rothe Erde irgendwie gewöhnt.
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