Bahnbrücke Schanz: Das Bauwerk muss ausgetauscht werden

Von: Andreas Cichowski
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Probebohrungen nach dem Wochenende: Im April soll die Schanz-Brücke dann komplett erneuert werden. Foto: Andreas Chichowski

Aachen. Ihre besten Jahre hat sie gewiss längst hinter sich. Das ist der Eisenbahnbrücke an der Schanz deutlich anzusehen. Und dennoch befahren täglich über 100 schwere Regional- und Güterzüge die alte Stahlkonstruktion. Bewundernswert, wenn man bedenkt, dass sie bereits mehr als ein Jahrhundert auf dem Buckel und zwei Weltkriege überlebt hat.

1905 wurden die damaligen Bahnhöfe Aachen-Rheinisch und Marschiertor funktionell durch den neu errichteten Aachener Hauptbahnhof ersetzt, welcher seither Ausgangspunkt der Düsseldorfer Strecke ist. Aufgrund des Städtewachstums war es Anfang des 20. Jahrhunderts unumgänglich, die Trasse vom Hauptbahnhof bis zur Königstraße komplett umzubauen, um eine kreuzungsfreie Verkehrsführung für die anderen Verkehrsteilnehmer zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wurde 1907 die Eisenbahnüberführung über die Vaalser Straße, eine der wichtigsten Verkehrsachsen im westlichen Teil von Aachen, errichtet.

Dieser Streckenverlauf ist uns bis heute erhalten geblieben und bereitet große Probleme. Aus einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums von Mai 2014 geht hervor, dass NRW-weit für 263 Brücken jede Hilfe zu spät kommt. Das heißt: Sie haben einen dringenden Sanierungsbedarf durch gravierende Schäden am Bauwerksteil und können nicht mehr saniert werden.

Dies trifft auch auf die Eisenbahnüberführung an der Schanz zu. „Das heißt natürlich nicht, dass die Brücke jederzeit einstürzen könnte, die Standsicherheit ist natürlich noch gewährleistet“, merkt die Bauüberwacherin der Deutschen Bahn, Nedime Cencin, an. Nach all den Jahren hat die Brücke nun aber ausgedient – am Wochenende beginnen Arbeiten zur Erneuerung.

Bereits vor kurzem wurde es erstmals laut. Der Lärm von Kettensägen riss dabei so manch einen Anwohner aus dem Schlaf, und auch Baumschützer eilten herbei, weil sie bei der nächtlichen Aktion illegale Baumfällungen vermuteten. „So ist es natürlich nicht“, teilt Andreas Hofmann, der Inhaber des ausführenden Baumpflegedienstes, mit. „Die Bahn muss den Strom abschalten, damit wir mit der Arbeitsbühne nah an den Oberleitungen arbeiten können.“ Und: „Dies geht nur nachts, wenn keine Züge fahren“, fügt die Bauüberwacherin hinzu. „Außerdem darf nichts passieren, falls Äste auf die Gleise fallen sollten.“

In den Nächten von Montag, 9. März, bis Mittwoch, 11. März, jeweils von 20 Uhr bis 6 Uhr wird die Vaalser Straße für den Autoverkehr aufgrund von Probebohrungen gesperrt. Die Bushaltestelle Schanz (Vaalser Straße) wird um einige Meter verlegt. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle an den etwas verengten und gekennzeichneten Stellen passieren. Der Autoverkehr wird stadteinwärts über Junkerstraße, Lochnerstraße, Karlsgraben und Jakobstraße umgeleitet. Staus sind programmiert. Eine Beschilderung und eine Ampelanlage zur Regelung des Straßenverkehrs werden eingerichtet.

Die Züge RE 4, RB 20 und RB 33 zwischen Schanz und West beziehungsweise. zwischen Aachen Hbf und Herzogenrath fallen zeit- und teilweise aus. Es gibt einen Schienenersatzverkehr.

Im April geht es der Bücke dann an den Kragen. „In einer großen Sperrpause vom 4. bis zum 7. April werden die alten Überbauten ausgehoben, die neuen Auflagerbänke hergestellt und die neuen Überbauten eingehoben“, teilt ein Bahnsprecher mit. „Vor und nach der Sperrpause werden kleinere Arbeiten ausgeführt.“ Ein großer Kran wird auf der Kreuzung aufgebaut, Schwertransporte müssen anrücken, und das Material muss irgendwo Platz finden, wodurch auch an den Ostertagen mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen sein wird.

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