Bahnbrücke Kurbrunnenstraße: Rätselhafter Seitenwechsel der Tauben

Von: Werner Breuer
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Vernetzt: Die Bespannung der Eisenbahnbrücke über der Kurbrunnenstraße soll ebenso wie bei der benachbarten Kasinostraße die Tauben daran hindern, sich in der Unterkonstruktion einzunisten. Das funktioniert offensichtlich, doch vereinzelt werden immer noch Vögel auf der falschen Seite gesichtet. Foto: Harald Krömer
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Wie kommt sie dahin? Stadt und Bahn können sich nicht erklären, wie die Tiere hinters Netz geraten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das war eigentlich nicht Zweck der Übung: Zur Taubenabwehr dienen die Netze unter den Eisenbahnbrücken über die Kasinostraße und die Kurbrunnen-straße. Jetzt aber saßen Vögel auf der falschen Seite, im Netz gefangen.

„Nachrichten“-Leserin Aga Kupka hatte die Redaktion am Dienstagabend per Facebook auf die missliche Lage der Tiere hoch über der Kurbrunnenstraße hingewiesen. „Die Tauben sind eingesperrt und fast schon verhungert“, schrieb sie, „die Tiere sehen mittlerweile schon sehr schlecht aus.“

Eine erste Sichtkontrolle der „Nachrichten“ brachte am Abend keine Bestätigung – was aber nicht weiter verwunderlich war. In der hereinbrechenden Dunkelheit war gegen 19.30 Uhr nicht mehr auszumachen, ob dort Tauben oder Blätter im Netz hingen. Auf den zweiten Blick am nächsten Morgen war dann aber zu sehen, dass eine Taube auf einem Eisenträger der Brückenkonstruktion hockte – hinter dem Netz also.

Rein und raus?

Verwirrend wirkte dann die Entwarnung von Aga Kupka eine dreiviertel Stunde später: „Ich bin heute dort vorbeigefahren“, schrieb sie, „es hat wohl schon jemand das Netz aufgeschnitten. Danke!“ Denn rund 30 Minuten später entstand das Foto an der Kurbrunnenstraße, das eine Taube hinter dem Netz zeigt. Rein und raus – geht es dort zu wie in einem Taubenschlag?

Das fragt man sich auch bei der Stadtverwaltung. „Da kommen immer wieder mal vereinzelt Tauben hinter das Netz“, weiß Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Dabei soll die Bespannung die Vögel eigentlich fernhalten von der Brückenkonstruktion, weil ihre Hinterlassenschaften auf der Fahrbahn darunter immer problematischer wurden.

Vor allem die Kasinostraße war unter der Brücke großflächig von Taubenkot verdreckt, und Passanten mussten aufpassen, dass sie nicht von einem der vielen Vögel, die sich dort eingenistet hatten, fies erwischt wurden.

Um mittels Netzen für Abhilfe zu sorgen, hat die Stadt einen gehörigen Briefwechsel mit der Bahn AG veranstaltet, bis das Verkehrsunternehmen schließlich vor einiger Zeit dafür sorgte, dass die Netze über der Kasinostraße und der Kurbrunnenstraße gespannt wurden.

Alles abgesucht

Seither ist es darunter erkennbar sauberer geworden, weil es die großen Ansammlungen von Tauben darüber nicht mehr gibt. Aber „vereinzelt“ kommen eben doch noch Vögel durch, und keiner weiß wie. „Wir haben alles abgesucht und nichts finden können“, sagt Rita Klösges.

Dabei hat die Stadt einigen Aufwand betrieben. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde hoch droben nach Löchern im Netz oder anderen Lücken gefahndet. Solche umständlichen Aktionen – immerhin muss für das Feuerwehrfahrzeug mit der Hubeinrichtung die Straße gesperrt werden – brachten jedoch keine Erkenntnisse in Sachen Durchschlupf.

Während sich die Stadt gewissermaßen von unten dem Problem näherte, versuchte es die Bahn von oben. „Die haben den ganzen Gleiskörper abgesucht“, berichtet Rita Klösges. Doch auch die Eisenbahner konnten nichts finden, was den Aufenthalt der Tauben auf der falschen Seite erklären könnte.„Es wird jetzt noch einmal ein Kollege vom Ordnungsamt rausgehen und sich die Sache ansehen“, verspricht Rita Klösges.

Geheimnis der Tauben

Auch für Aga Kupka bleibt die Sache rätselhaft. Vor einiger Zeit habe eine Kollegin schon einmal Tauben dort gesehen, wo sie nicht hingehörten. Damals habe wohl jemand das Netz geöffnet, um die Tiere zu befreien, meint sie.

Einstweilen bleibt es wohl das Geheimnis der Tauben selbst, wie sie durch das Netz schlüpfen. Hauptsache, sie wissen auch, wie sie wieder herauskommen.

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