Burtscheid - Bade-Fans sitzen auf dem Trockenen

Bade-Fans sitzen auf dem Trockenen

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Neue Technik, neues Fundament: Die korrodierten Rohre wurden durch Kunststoffleitungen ersetzt.
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Das Thermalwasser soll bald wieder sprudeln, versprechen Rolf-Leonhard Haugrund (rechts) und Rüdiger Klee, technischer Leiter in der Rehaklinik an der Rosenquelle. Auch das öffentlich zugängliche Becken im Schwertbad wird derzeit komplett saniert. Foto: Andreas Steindl

Burtscheid. Alles fließt – die uralte Weisheit gilt im traditionellen Kur- und Badeviertel Burtscheid seit einiger Zeit allenfalls im Hinblick auf sprudelnde Investitionsgelder. Die passionierten Nutzer der heißen Quellen sitzen derweil seit Monaten zumindest teilweise auf dem Trockenen.

 Denn sowohl in der Rehaklinik „Zur Rosenquelle“ als auch im Schwertbad werden die großen Thermalwasserbecken von Grund auf saniert.

Nicht nur hinter der Fassade an der Kurbrunnenstraße sind die Modernisierungsarbeiten zurzeit in vollem Gange – davon kündet seit kurzem ein riesiges Baugerüst. Rund 650.000 Euro nimmt die Katholische Stiftung Marienhospital zwecks Wärmedämmung inklusive neuer Fenster in die Hand. „Als wir das Haus an der Rosenquelle 2001 übernommen haben, war uns klar, dass wir beizeiten investieren müssen“, erklärt Rolf-Leonhard Haugrund, Vorstand der Stiftung, „schließlich stammt die gesamte Bausubstanz aus den Sechzigern.“ Deshalb ist bereits Ende 2011 auch ein neues Thermalbecken eingebaut worden.

Ein Quell der Freude blieb das taufrische Edelstahl-Bassin indessen nur einige Wochen: Es stellte sich heraus, dass das komplette Filter-, Überlauf- und Rohrsystem inklusive Wärmetauscher und Betonfundament ebenfalls erneuert werden musste, berichtet Rüdiger Klee, Cheftechniker des Hauses. „Allein in die Beckensanierung investieren wir damit rund 500.000 Euro, um neuesten DIN-Normen Rechnung zu tragen“, so Haugrund. Allerdings kommen seit Jahr und Tag ohnehin vorwiegend Kursteilnehmer des Zentrums für Gesundheitsförderung (ZGF) in den Genuss der heißen Quellen. Und auch das könnte sich bald ändern. „Zurzeit überlegen wir, ob wir das Bad ausschließlich den Reha-Patienten zur Verfügung stellen“, sagt Haugrund. Medizinisch sei dies in der Regel zwar nicht mehr erforderlich – inzwischen ist die Klinik auf Herz- und Lungentherapie sowie orthopädische Behandlungen spezialisiert. „Aber wir wollen das Angebot schon aus Gründen der Tradition aufrecht erhalten“, sagt Oberarzt Dr. Christian Erik Skobel. Für die vielfältigen ZGF-Programme stünden in jedem Fall weiterhin die Schwimmbecken in Preuswald und im Marienhospital bereit.

Doch auch die Freunde der öffentlich zugänglichen Thermalfreuden sollen bald wieder auf ihre Kosten kommen. „In Kürze werden wir die Komplettsanierung unserer Anlage abschließen“, berichtet Detlef Hambücker, Geschäftsführer des Schwertbades und Verwaltungschef der Rheumaklinik. Vor rund fünf Wochen seien die Arbeiten nach einiger Vorbereitungszeit in die heiße Phase gegangen. Rund 100.000 Euro werden im Haus an der Benediktinerstraße investiert, um auch hier neuesten Standards für Wasseraufbereitung, Hygiene und Durchflusskapazitäten Rechnung zu tragen. Spezielle Angebote für die Patienten gebe es im Schwertbad und in der Rheumaklinik auch während der Sanierungsphase ohnedies, unterstreicht Hambücker. „Und voraussichtlich nach Karneval wird auch unser Spaßbad wieder zur Verfügung stehen.“

Die Vermutung, dass die Kollegen im zweiten Kurviertel den Burtscheidern in Sachen „freie“ Kundschaft zwischenzeitlich das Wasser abgegraben haben könnten, weist Werner Schlösser, Chef der Carolus Thermen, im Übrigen zurück. „Es ist gut, dass die Kurkliniken ihrer traditionellen Rolle weiter gerecht werden“, sagt Schlösser. Und: „Auch wir werden voraussichtlich im Juli 2013 wieder einige Tage zwecks Sanierung schließen müssen.“

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