„Bach-Blüten” lassen Annakirche erbeben

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Bach einmal ganz anders: Das „BosArt Trio” eröffnete die Bachtage in der Annakirche auf humoristische Weise. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren Jazzkonzerte die Aachener Bachtage eröffneten, setzte Annakantor Georg Hage bei der 37. Auflage - der dritten unter seiner Leitung - am Samstagabend auf das Training der Lachmuskeln.

Die „Bach-Blüten” des „BosArt Trios” aus Freiburg ließen die Annakirche vom Lachen der Zuschauer erbeben. Das „BosArt Trio” besteht aus Hans Hachmann (ehemals Musikredakteur beim SWR), Wolfgang Schäfer (emeritierter Professor für Chorleitung an der Musikhochschule Frankfurt) und Reinhard Buhrow (ehemals Dozent für Klavier an der Musikhochschule Freiburg).

Jetzt - nach ihrer Pensionierung - machen sie genau das, was ihnen erkennbar Spaß macht: Die U-Musik und die dazu gehörige Wissenschaft mit bierernster Miene nicht ganz so ernst nehmen und gerade so den musikalischen Großmeister Bach und alle die nach ihm kamen feiern.

Aufs Korn nahmen die drei älteren Herren in der Annakirche alles, was sonst oft als unantastbar gilt: Bach und seine Zahlensymbolik, das Kunstlied und seine expressiven Interpreten, die Musikwissenschaft mit ihren schnörkelreichen, aber manchmal völlig inhaltsleeren Worthülsen.

Wenn die drei Musik-Kabarettisten zum Beispiel eine Nonsens-Flötensammlung vorstellen, um Bachs Liebe zur Plastik-Blockflöte zu dokumentieren, tun sie das mit von Überzeugung geschwellter Brust. Natürlich fehlt die „Marzi-Pan-Flöte” im Sammelsurium der Kuriositäten nicht.

Wenn sie Beethovens „Ich liebe Dich” dank des Kartenspiels „Wie bastele ich mir einen Hit” zu „Tanze mit mir in den Morgen” ummodeln, tun sie das virtuos am Flügel (Buhrow) und voller Inbrunst im Gesang (Schäfer als Bass-Bariton, Hachmann als Tenor).

Spätestens bei Peter Kraus´ Songs in historischer Stimmung - sprich einen halben Ton tiefer, aber immer nur am Ende der Zeile - bleibt kein Auge mehr trocken.

Die „musikalische Jubelbrause über B-A-C-H” ließ zwar den roten Faden ein bisschen vermissen, sorgte aber für einen lautstark beklatschten, fröhlichen Auftakt der 37. Aachener Bachtage.
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