B 258: Grüne pochen auf alte Beschlüsse

Von: Stefan Herrmann
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28.01.mja.mon1 monschauer straße soll zwischen lichtenbusch u. himmelsleiter vierspurig ausgebaut werden

Aachen. In die Diskussion um den umstrittenen Ausbau der Monschauer Straße (B 258) werfen die Grünen einen „neuen“ Kompromiss in den Ring, der eines gar nicht ist: neu. Er besagt: Zweispuriger Ausbau der Strecke stadteinwärts zwischen Pascalstraße und der Autobahnauffahrt Lichtenbusch.

Und nur dort. „Man darf die Debatte nicht mit weiteren Lösungsvorschlägen belasten“, forderte Roland Jahn, Verkehrsexperte der Grünen-Stadtfraktion am Montag.

Denn dass die beiden CDU-Männer – Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg – vor einer guten Woche einen gemeinsamen Kompromiss präsentierten, halten Jahn und Werner Krickel, Grünen-Fraktionschef in der Städteregion, für wenig hilfreich. Zumal die Gremien auf Stadt- und Städteregionsebene 2011 mit Stimmen der CDU und Grünen bereits einen Beschluss gefasst hatten. Und zwar den, an den Jahn und Krickel am Montag erinnerten, und der den Fokus auf die kleine Ausbauvariante legt.

Philipp und Etschenberg stellten vor kurzem eine neue gemeinsame Initiative vor. Demnach setzen sich beide dafür ein, dass die Monschauer Straße von der Autobahn 44 bis zum Anschluss an die B 258/Himmelsleiter (Kalkhäuschen) dreispurig ausgebaut wird. Das würde bedeuten, dass über die knapp sechs Kilometer lange Strecke pro Fahrtrichtung jeweils in Etappen Zweispurigkeit vorgesehen ist. Der Landesbetrieb wusste im Vorfeld nichts von dem OB/Städteregionsrat-Papier: „Wir sind überrascht von dem Kompromissvorschlag“, sagte Matthias Bächler, stellvertretender Niederlassungsleiter des Landesbetriebes Ville-Eifel, am Montag auf AZ-Anfrage. Im März wolle man sich daher mit Stadt und Städteregion in Sachen B 258 zusammensetzen.

Die Grünen plädieren dagegen für den besagten dreispurigen Teilausbau auf dem rund 1,2 Kilometer langen Stück in Oberforstbach. „Diese Lösung ist schnell umsetzbar“, sagt Jahn. Die beiden Verwaltungschefs Philipp und Etschenberg hatten zuvor darauf gehofft, mit der gemeinsamen Erklärung auch auf die Unterstützung der Politik setzen zu können. Doch das Thema mutiert seitdem immer mehr zum Wahlkampfschlager.

Von Konsens keine Spur

Von dem erhofften Konsens ist keine Spur. So kritisierte jüngst die SPD, dass die Stadtverwaltung lange „mit Passivität geglänzt“ habe. Die Sozialdemokraten hätten mehrfach gefordert, dass der für den Ausbau zuständige „Landesbetrieb Straßen NRW“ den Stand der Pläne im Ausschuss vorstellen soll. SPD-Landtagsabgeordneter Stefan Kämmerling hält weiterhin einen vierspurigen Ausbau für sinnvoll – ein ursprünglicher Landesbetrieb-Vorschlag. Dass nun wieder Bewegung in ein Thema kommt, das jahrelang stillstand, bewerten auch die Grünen vor allem als Wahlkampfmanöver.

Dabei sei man in Sachen B 258 vor gut zwei Jahren schon ein ganzes Stück weiter gewesen, finden die Grünen. „Solange wir uns in der Region streiten, machen die zuständigen Behörden gar nichts. Das, was zur Zeit passiert, sorgt für einen Rückschritt“, befürchtet Jahn. Der 2011 vom Mobilitätsausschuss gefasste Beschluss habe laut Krickel und Jahn mehrere Vorteile: Der Ausbau zwischen Pascalstraße und Autobahnauffahrt – dem eigentlichen Nadelöhr – sei relativ schnell umsetzbar, kostengünstig und die umweltfreundlichste Variante, da nur wenige Freiflächen gebraucht würden. Es handele sich um eine Lösung im Sinne der Pendler und der Anwohner, so die Grünen.

Doch seitdem sei das Projekt von beiden Verwaltungen nicht weiter forciert worden, sagt Jahn. Zudem falle der Landesbetrieb mit seiner Blockadehaltung in Sachen Monschauer Straße auf, da dieser stets den vierspurigen Ausbau favorisiert habe, kritisieren die grünen Verkehrsexperten.

Engpässe gibt es auf der Monschauer Straße vornehmlich im morgendlichen Berufsverkehr. Dann drückt sich die Blechlawine der Pendler aus der Eifel ins Oberzentrum Aachen. Bis zu 25 000 Fahrzeuge sind wochentags auf dem B 258-Teilstück unterwegs. Trotzdem: Die große Ausbaulösung lehnen die Grünen ab. „Wir dürfen nicht in der Politik der 60er Jahre verharren und Verkehrsengpässe allein mit breiten Straßen lösen“, sagt Krickel.

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