Aachen - AZ-Aktion „Wo drückt der Schuh?“: Das schreiben die Leser

AZ-Aktion „Wo drückt der Schuh?“: Das schreiben die Leser

Von: Robert Esser
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Viele Leser haben uns geschrieben, wo sie Missstände in Aachen sehen. Die Aktion „Wo drückt der Schuh?“ wird fortgesetzt. Foto: Michael Jaspers
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Viele Leser haben uns geschrieben, wo sie Missstände in Aachen sehen. Die Aktion „Wo drückt der Schuh?“ wird fortgesetzt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Resonanz auf die AZ-Aktion „Wo drückt der Schuh?“ ist überwältigend. Zig Leserinnen und Leser haben uns bereits geschrieben, was sie in Aachen ärgert. In den kommenden Wochen werden wir die genannten Themen ausführlich recherchieren, darüber berichten – und später kontrollieren, ob das Problem tatsächlich gelöst wurde.

Darunter sind „Dauerbrenner“ wie das Thema Sauberkeit, aber auch viele bislang kaum oder gar nicht berücksichtigte Sachverhalte. Hier eine erste Auswahl mit kurzen Ausschnitten der Zusendungen:

Doris Schmitz-Kück vom Hotel am Bahnhof und einige benachbarte Geschäftsinhaber kritisieren, dass die Stadt zu wenig gegen die täglichen Saufgelage auf dem Bahnhofplatz unternimmt: „Wetterbedingt ist es meistens eine Gruppe von ca. 15 bis 35 Personen, die lauthals grölend, trinkend, pöbelnd und provozierend ihre Anwesenheit kundtun. Ihr Geschäft (urinieren, sich übergeben usw.) wird um den Platz verteilt. Das geschieht meist links und rechts vom Bahnhof oder in der Leydel- und Bahnhofstraße, vor Häusern und Hauseingängen. Sogar mitten auf dem Bürgersteig legte einer an einem Nachmittag einen Haufen Kot vor einen Imbiss...“

Volker Brandenbusch und Georg Thissen wundern sich, dass man nichts mehr vom geplanten ICE-Halt am Aachener Hauptbahnhof zur geplanten Schnellverbindung nach London hört: „Sucht der OB hier nach kreativen Lösungen? Wird hier agiert, oder wird Aachen nur hingehalten?“

Dirk Hofman ärgert sich über die 40.000 Euro teure Nachtbeleuchtung der Burtscheider Brücke: „Es gibt nur sehr wenige Anwohner, die diese Brücke sehen. Außer Lokführern sieht kein einziger Zugreisender diese beleuchtete Brücke. Wir Fußgänger werden durch die Strahler sehr geblendet, das ist sehr hinderlich.“

Uwe Schneider fragt sich, warum Ampelphasen nicht dem Verkehrsaufkommen angepasst werden: „Ich möchte gerne den täglichen Rückstau auf der Monschauer Straße Richtung Oberforstbach/Lichtenbusch ansprechen, der sich jeden Morgen in Richtung Aachen bildet, weil dort die drei Ampeln der Ortsdurchfahrt nicht richtig in Serie geschaltet sind. Bereits in der Grünphase der ersten Ampel auf Höhe der Pascalstraße springt die zweite Ampel auf Höhe der Tankstelle zu früh auf Rot, so dass hier der Verkehrsfluss unterbrochen wird. Der Rückstau reicht an manchen Tagen bis Schmithof.“

Anneliese Bimmermann bemängelt die nächtliche Schaltung von Ampelanlagen: „An der Ecke Borngasse/Franzstraße war die Ampelanlage nachts von 24 bis 6 Uhr ausgeschaltet. Das war sehr angenehm, da der Verkehr zur Nachtruhezeit fließen konnte. Seit Mitte Juli ist die Ampelanlage durchgängig in Betrieb. Das ist für Anwohner unzumutbar. Die Autofahrer stehen bei Rot mit lauter Musik vor unseren Schlafzimmerfenstern...“

Katja Söhnen beschwert sich über die Qualität der Straßen: „Die Straßenzustände in Aachen sind grausam. Das betrifft sowohl Haupt- wie auch Nebenstraßen. Dort wo ich lebe, Auf der Hörn, ist nicht nur der Straßenbelag eine Zumutung. Auch die Bürgersteige sind nur sehr schlecht nutzbar. Zu schmal, durch Hecken zugewachsen, Bordsteinkanten zerbröseln.“

Peter Fritz fordert mehr Einsatz für Radfahrer: „Es ist meiner Meinung nach ein Unding, dass der Adalbertsteinweg stadteinwärts nahezu auf ganzer Länge keinen Radweg hat, nicht mal eine Radspur. Als Radfahrer wird man durch den schnell und oft rücksichtslos fließenden Autoverkehr an den Fahrbahnrand gezwungen, wo dann noch etliche Schlaglöcher oder schlecht eingepasste Gullideckel akute Sturzgefahr bedeuten.“

Viele Zuschriften thematisieren Parkplatzprobleme – wie Marijke Peters: „Ich möchte auf folgenden Missstand hinweisen: Nach dem Umbau der Kreuzung Normaluhr/Kurbrunnenstraße gibt es nur noch einen Parkscheinautomaten vor den Häusern der Dunant-straße. Für die gehbehinderten Patienten unserer Praxis ist es eine Zumutung, aus der Nähe des Viadukts bis zur Dunantstraße zu laufen, um dann wieder mit Parkschein zurückzukehren.“

Hans Fassbender nimmt die Parkplatznot rund um Franziskus- hospital und Morillenhang ins Visier: „Immer wieder suchen Besucher, Angestellte oder Patienten in angrenzenden Straßen verzweifelt nach Parkplätzen. Das angebaute Parkhaus der Praxiskliniken ist deutlich zu klein. Vor dem Eingang parken Besucher auf einer Wiese, deren Platz absolut beschämend und nicht ausreichend ist, oder auf dem minimalen Parkstreifen vor dem Gelände.“

Erika Lange kritisiert den Wegfall von Parkplätzen am Straßenrand – zum Beispiel auf der Jülicher Straße: „Zwischen Pass- und Robensstraße sind drei bis vier Parkplätze für Anwohner bzw. zum Parken mit Parkschein vorgesehen. Die dazwischen liegenden zehn bis zwölf Parkplätze unterliegen dem eingeschränkten Halteverbot. Immer wieder kassieren hier Fahrzeuge mit Parkschein Knöllchen – eine sichere Einnahmequelle.“

Josef Mathews beschwert sich: „Die Parksituation in Brand, Wohngebiet Kollenbruch, gefährdet die Verkehrssicherheit, da Fahrzeuge an unübersichtlichen Stellen in Kurven oder an Einmündungen abgestellt werden.“

Peter Eichert stellt fest: „Wir wohnen zwar erst seit drei Jahren in der Franz-Wallraff-Straße, aber unsere Nachbarn haben hier schon vor 17 Jahren gebaut. Seit dieser Zeit sind die Franz-Wallraff-Straße und die angrenzende Wilhelm-Ziemons-Straße Baustraßen. Teilweise fehlt die letzte Asphaltdecke, scharfkantige Randsteine beschädigen Reifen; teilweise fehlen Bürgersteige ganz...“

Marlies Stahl vermisst Sauberkeit in Aachen und Walheim: „Zu Recht wird von den Anwohnern das Hundekotproblem bemängelt. Inwieweit sorgt die Gemeinde für Abhilfe? Das Besorgen von Beuteln ist die geringste Aufgabe; aber wohin mit dem Abfall?“

Lambert Wiertz zum Thema Müll: „Ich finde, dass Aachen immer noch unsauber und vergammelt wirkt. Nur wenn wirklich mal derjenige bestraft wird, der für Müll und Vandalismus sorgt, wird sich etwas ändern.“ Graffiti und Schmierereien begegne man überall, schildern viele Leser.

Norbert Hingst schreibt: „Oft begehe ich sonntags ab 11 Uhr die Strecke Theaterstraße, Borngasse, Wirichsbongardstraße. Überall liegt Unrat herum, zerborstene Flaschen und eklige Dinge.“

Matthias Rodtheut ist wilder Müll auf der Hüttenstraße aufgefallen: „Dieser Streifen ist total verwildert und ermuntert immer wieder Leute, ihren wilden Müll und jeglichen Abfall dort zu entsorgen.“

Roland Wassenberg prangert den Zustand so mancher Innenstadt-Immobilie in Einkaufsstraßen an: „Ein großes Ärgernis ist die Schrottimmobilie des ehemaligen Modehauses Pfeiffer in der Großköln-straße. Dieses seit vielen Jahren leerstehende Objekt beeinflusst aufgrund seines Zustands und seiner Größe das komplette Erscheinungsbild der unteren Großköln-straße äußerst negativ.“

Marie-Luise Dohr ist unzufrieden mit der Aseag – wegen Verspätungen und Bus-Ausfällen: „Es kann doch nicht sein, dass man Millionen für eine Campusbahn bezahlen will, die keiner haben wollte, und dann kein Geld da ist, um die Aseag mit Personal aufzustocken. Die Preise werden aber ohne Unterbrechung immer zum 1. April eines Jahres erhöht, und das nicht zu knapp. Wenn man dann täglich auf die Aseag angewiesen ist und bis zu eine Stunde zu spät zur Arbeit oder nach Hause kommt, ist das Maß voll.“

Silvia Barth leitet einen DRK-Seniorenclub: „Zwei Damen haben im letzten Jahr durch Stürze im Bus schwere Verletzungen davongetragen. Die Busse fahren nicht bis an den Bürgersteig. Man kann nicht angstfrei mit dem Rollator ein- oder aussteigen. Fallgefahr! Die Fahrer warten auch nicht, bis der Senior sitzt. Vielfach passiert es auch, dass die Fahrer abfahren, obwohl sie sehen, dass jemand auf den Bus zuläuft.“

Gerline Krüger-Dohm wünscht sich eine Erhöhung der Bordsteinkante an der Bushaltestelle Schillerstraße: „Der Bus kann den Einstieg nicht genug nach unten senken. Es ist so schwer, den Einkaufswagen und das zusätzliche Gepäck in den Bus hochzustemmen.“

Helmut Liebmann bittet um mehr Freundlichkeit des Aseag-Personals: „Mit welcher Kaltschnäuzigkeit sich die meisten Busfahrer den Fahrgästen gegenüber verhalten, ist nicht zu beschreiben.“

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