Aachen - AWO-Begegnungszentrum: Stillstand soll es im Preuswald nicht geben

AWO-Begegnungszentrum: Stillstand soll es im Preuswald nicht geben

Von: Svenja Pesch
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Erster Neujahrsempfang in der AWO-Begegnungsstätte im Preuswald: Bei Befragungen hat sich herauskristallisiert, dass die Menschen im Viertel vor allem den Mangel an Nahversorgung beklagen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein „Mikrokosmos“ biete die Möglichkeit, zu einer großen Familie zusammenzuwachsen, wie Gaby Lang, Leiterin des AWO-Begegnungszentrums Preuswald erklärt. Denn wenn man schon ein Stadtteil sei, der etwas isoliert liege, dann ergebe es keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken. Dafür haben die „Preuswalder“ ihr Viertel im Kern viel zu gern.

Und da Gaby Lang das weiß, hat sie seit der Eröffnung des Begegnungszentrums im Mai letzten Jahres das getan, was für sie das einzig richtige war: „Statt nur im Büro zu sitzen, habe ich die Besucher direkt gefragt, was sie sich wünschen. Wo ist der Bedarf und welche Angebote haben Chancen, angenommen zu werden? Unsere Zielgruppe sind dabei Senioren und Migranten“, erzählt Lang.

Die Befragung ist nun über ein halbes Jahr her, und bei der ersten Neujahrsansprache kann Lang schon auf einige positive Veränderungen zurückblicken, wie sie ergänzt: „Die Einrichtung ist ein zentraler Anlaufpunkt für die Menschen hier geworden. Jeden Tag kommen um die 30 Besucher zu unseren diversen Angeboten wie beispielsweise das Erzähl-Café, der Literaturnachmittag oder das interkulturelle Kochen.“

Die vielen Möglichkeiten schweißen zusammen. Doch auch wenn Lang eine Vernetzung mit Schulen oder Kitas im Viertel anstrebt, so fehlt dennoch ein entscheidender Faktor: die Versorgungsstruktur. Ein Supermarkt ist fußläufig nicht zu erreichen. Und selbst, wenn alle 15 Minuten Busse in die Innenstadt fahren, so vermissen die Bewohner einen Laden direkt vor Ort doch sehr.

Für das kommende Jahr planen Lang und ihr Team unter anderem die Verstetigung aller Kursangebote, Infoveranstaltungen zu verschiedenen Themen sowie generationsübergreifende Projekte. Nur eines, das kommt für Gaby Lang nicht in Frage: „Hier ist unglaublich viel schlafendes Potenzial, und man kann hier viel mobilisieren. Der Preuswald ist besser als sein Ruf, und die Bewohner identifizieren sich mit ihrem Viertel. Da passiert noch viel. Nur stillstehen, das machen wir nicht.“

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