Avantis: Fast Hälfte der Fläche vermarktet

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
13896282.jpg
Langsam läuft Avantis voll: Wo man viele Jahre lang herrlich alleine sein konnte, haben sich zuletzt namhafte Firmen wie Continental, DHL und DocMorris angesiedelt. Und es wird weiter gebaut. In diesem Jahr hofft man, acht Hektar Gewerbeflächen zu verkaufen. Foto: Michael Jaspers
13896276.jpg
Langsam läuft Avantis voll: Wo man viele Jahre lang herrlich alleine sein konnte, haben sich zuletzt namhafte Firmen wie Continental, DHL und DocMorris angesiedelt. Und es wird weiter gebaut. In diesem Jahr hofft man, acht Hektar Gewerbeflächen zu verkaufen. Foto: Michael Jaspers
13896277.jpg
Langsam läuft Avantis voll: Wo man viele Jahre lang herrlich alleine sein konnte, haben sich zuletzt namhafte Firmen wie Continental, DHL und DocMorris angesiedelt. Und es wird weiter gebaut. In diesem Jahr hofft man, acht Hektar Gewerbeflächen zu verkaufen. Foto: Michael Jaspers
13896278.jpg
Langsam läuft Avantis voll: Wo man viele Jahre lang herrlich alleine sein konnte, haben sich zuletzt namhafte Firmen wie Continental, DHL und DocMorris angesiedelt. Und es wird weiter gebaut. In diesem Jahr hofft man, acht Hektar Gewerbeflächen zu verkaufen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Totgesagte leben länger: Auf das grenzüberschreitende deutsch-niederländische Gewerbegebiet Avantis trifft dieser Spruch auf jeden Fall zu – auch wenn das prestigeträchtige Großprojekt zwischen Aachen und Heerlen Ende 2011 nur mit einer radikalen Wiederbelebungsmaßnahme gerettet werden konnte. Doch diese hatte Erfolg: Das insgesamt 100 Hektar große Areal, auf dem sich jahrelang Fuchs und Hase ungestört „Gute Nacht“ sagen konnten, weil sich kaum ein Unternehmen ansiedeln wollte, läuft langsam voll.

Denn mittlerweile sind auf Avantis von den vermarktbaren 60 Hektar Gewerbeflächen knapp 27 Hektar an den Mann gebracht worden – mehr als 20 Hektar wurden verkauft, für mehr als sechs gibt es darüber hinaus Optionsverträge. Und bei der Vermarktungsgesellschaft „Avantis GOB“ ist man zuversichtlich, dass sich der positive Trend fortsetzt.

„Aktuelle Verhandlungen mit potenziellen Investoren lassen darauf hoffen, alleine in 2017 weitere 80.000 Quadratmeter zu veräußern“, heißt es in der Vorlage für die Politik. Zwar ist diesen Zahlen zufolge momentan immer noch mehr als die Hälfte des Gebiets unbebaut, doch dürfte das Glas aus Sicht der Verantwortlichen doch eher fast halb voll sein. Denn auf die Entwicklung kommt es an: Wurden in den Jahren 2000 bis 2012 gerade einmal gut fünf Hektar für rund fünf Millionen Euro verkauft, waren es seit Anfang 2013 15,3 Hektar für knapp acht Millionen Euro – plus 6,2 Hektar an Optionsflächen.

Aktuell knapp 1000 Arbeitsplätze

Der Grund für den Aufschwung liegt in einer radikalen Kehrwende, was die Ausrichtung von Avantis angeht. Als dem Projekt Ende 2011 das Wasser bis zum Hals stand, weil 24 Millionen Euro Schulden drückten, dämmerte den Gesellschaftern – neben Aachen und Heerlen das Land NRW und die limburgische Entwicklungsgesellschaft Liof – und der Politik, dass mit dem anspruchsvollen (und teuren) „European Science and Business Park“ der große Wurf nicht mehr zu landen war.

Der Bebauungsplan wurde geändert, wodurch sich Avantis auch Logistikunternehmen öffnete. Die Preise wurden gesenkt. Der wild wuchernde Vorschriftendschungel – in einem hunderte Seiten dicken Gestaltungshandbuch zusammengefasst – wurde gerodet. Und die Sache lief an: Das riesige Logistikzentrum der Honold-Gruppe war die Initialzündung, namhafte Firmen wie DocMorris, Arion und DHL folgten. Wo einst 10.000 Hightech-Arbeitsplätze erwartet wurden, freut man sich heute über knapp 1000 Beschäftigte.

„Insgesamt ist die Entwicklung recht positiv“, sagt Dr. Manfred Sicking, der Aachener Dezernent für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen, der auch im Avantis-Vorstand sitzt. Dass das eher verhalten klingt, liegt daran, dass die Erfolgskurve im vergangenen Jahr nicht mehr ganz so steil nach oben gegangen ist. Ein großer Interessent, der sechs bis acht Hektar habe erwerben wollen, sei kurzfristig abgesprungen. Und natürlich stehe man auch in Konkurrenz zu anderen Kommunen, so der Dezernent.

Zumal es noch Baustellen gibt: Zwar ist die Busanbindung verbessert worden, doch dass die Autobahnauffahrt Richtung Aachen nach wie vor für Lkw nicht befahrbar ist, ist für Logistikunternehmen alles andere als ideal. Und Gespräche über eine neue Auffahrt auf niederländischer Seite ziehen sich seit Jahren hin. „Das läuft etwas zäh“, sagt Sicking.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über den neuen Flächennutzungsplan – und die damit verbundene schwierige Suche nach neuen Gewerbeflächen in Aachen – prophezeit der Dezernent dem Projekt aber dennoch eine positive Zukunft. „Ich rechne damit, dass das Gebiet in den nächsten fünf bis sieben Jahren restlos volllaufen wird.“

Allerdings sollte niemand damit rechnen, dass das einstige Millionengrab Avantis irgendwann einmal schwarze Zahlen schreiben wird. „Da werden wir nie hinkommen“, prophezeit Sicking. Dafür seien die Investitionen in die Infrastruktur und die Personalkosten über viele Jahre viel zu hoch gewesen. „Ich gehe davon aus, dass wir am Ende mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt der Dezernent – und findet das unter dem Strich gar nicht so schlimm. Denn: „Kommunen müssen sich Infrastrukturprojekte auch etwas kosten lassen – schließlich schaffen und sichern wir damit ja auch Arbeitsplätze.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert