Aachen - Autozulieferer Jüpo zieht die Notbremse

Autozulieferer Jüpo zieht die Notbremse

Von: Robert Esser
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Aachen. Die steile Talfahrt der Automobilindustrie ist in Aachen angekommen. Der Laurensberger Kfz-Zulieferer Jürgens & Pontzen (Jüpo GmbH) mit Stammsitz im Gewerbegebiet Karl-Friedrich steckt im Insolvenzverfahren.

Ziel sei es allerdings, den Betrieb zu sanieren und mit gedrosselten Kapazitäten am Markt zu halten, sagte Insolvenzverwalter Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning.

„Die Perspektive, das Unternehmen über das Insolvenzplanverfahren zu erhalten, ist vorhanden”, erklärte Mönning. „Jetzt müssen nur noch die Gläubiger diesem nicht gerade unkomplizierten Konzept zustimmen.”

Jüpo war 1946 von Franz Jürgens und Heinrich Pontzen gegründet worden und hat sich seitdem eine führende Rolle in der Entwicklung und Herstellung von Transport- und Logistik-Systemen erarbeitet - vor allem für die Automobilbranche.

2004 erhielt man für Innovationen eine Auszeichnung von DaimlerChrysler, 2007 erwirtschaftete Jüpo einen Umsatz von 22 Millionen Euro. Als Geschäftsführer firmieren Dr. Achim Kampker und Dr. Vera Schuh, Ehefrau des Mitgesellschafters Professor Dr. Günther Schuh.

Der RWTH-Prorektor und Direktor des renommierten Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH gilt seit Jahren als versierter Experte der Automobilbranche.

„Mit dem hier im Stammsitz versammelten Knowhow sollte es gelingen, ein tragfähiges Zukunftskonzept zu realisieren”, erklärte Mönning.

In Laurensberg waren 45 Mitarbeiter beschäftigt, acht von ihnen mussten bereits gehen. Jüpo verfügt zudem über Produktionsstätten in den USA, China und Tschechien, in denen 400 Kräfte arbeiten. „In Tschechien werden wir das Personal um 40 bis 50 Prozent reduzieren”, kündigte der Insolvenzverwalter an.

In Aachen seien keine weiteren Kündigungen geplant. Die Firma sei nur deswegen in Schieflage geraten, weil die Auftragszahlen aus der Automobilindustrie eingebrochen seien, betonte er.

Zu den wichtigsten Kunden zählen neben Chrysler und Mercedes auch Volkswagen, Ford sowie BMW. Neueste Entwicklung aus dem Hause Jüpo ist ein mobiles System zum Umsetzen von Palettenladungen zwecks Vereinfachung von Kommissionierungsprozessen. Die Insolvenz hatte Jürgens & Pontzen bereits im November 2008 beantragt.
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