Autorin Jenny Erpenbeck: Ganz nah dran am Thema Flucht

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Erhält am 6. November den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen: die Berliner Autorin Jenny Erpenbeck. Foto: Katharina Behling

Aachen. Ganz nah dran an dem seit mehr als einem Jahr aktuellen Thema „Flucht und Herausforderungen der Integration“ ist Jenny Erpenbeck mit ihrem 2014 entstandenen und 2015 erschienenen Roman „Gehen, ging gegangen“. Doch nicht allein dafür bekommt sie am 6. November den mit 20.000 Euro dotierten Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen.

„Es ist eine Ehrung ihres Gesamtwerks“, machte Dr. Barbara Schommers-Kretschmer, Vorsitzende der Walter-Hasenclever-Gesellschaft (WHG) und Jury-Mitglied deutlich.

„Mit hoher Qualität erzählt“

Doch gerade über die Geschichte des Altphilologen Richard, der nach seiner Pensionierung fast schon aus Langeweile beginnt, sich für Geflüchtete zu engagieren und dabei alle Gefühlszustände und Dilemmata durchläuft, sind die Jury-Mitglieder voll des Lobes: „Es ist mit hoher Qualität erzählt, aber nicht abgehoben. Alle Altersschichten lassen sich davon gefangen nehmen“, meinte Dr. Walter Vennen, Buchhändler und zweiter Vorsitzender der WHG.

Schommers legte Wert auf den gesellschaftspolitischen Appell Erpenbecks: „Unseren liebgewordenen Bildungsbegriff – sich mit einem guten Buch und einem guten Wein im Sessel zurücklehnen – müssen wir vergessen. Wir müssen Bildung in Hilfe und Menschlichkeit umsetzen. Bildung gleich Engagement.“

Besuch im Einhard-Gymnasium

Gerade diese Nähe zu den heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen haben auch die Schüler aller Altersstufen und nicht zuletzt die Internationale Klasse des Einhard-Gymnasiums fasziniert. „Seit Januar sind viele fächerverbindende Projekte entstanden. Erstmals ist auch die Kunst und Musik dabei“, freute sich Dr. Maria Behre, Lehrerin am Einhard-Gymnasium und HWG-Mitglied, besonders auf den Besuch der Autorin am Montag, 7. November, an Hasenclevers alter Schule.

Unter dem Motto „Give us a place“ kommen die Schülerinnen und Schüler von 10 bis 11.30 Uhr mit Erpenbeck ins Gespräch, zeigen ihre Projektergebnisse und führen sie auch auf. Hier ist nach vorheriger Anmeldung per Email (gablick@einhard-Gymnasium.de) jeder herzlich willkommen.

Das gilt im Übrigen besonders für die Preisverleihung am Sonntag, 6. November, um 11 Uhr in der Mulde des Ludwig-Forums (Anmeldung per Email unter kultur@mail.aachen.de). Bei freiem Eintritt und guter Musik lässt sich da nicht nur die Preisträgerin auf der Bühne betrachten, sondern jeder kann zum Ende der zweistündigen Preisverleihung mit ihr auch direkt ins Gespräch kommen.

Das geht auch bei der Lesung am Samstag, 5. November, um 19 Uhr ebenfalls im Ludwig-Forum (Karten für 5 und 7 Euro). Dort liest Erpenbeck aus ihrem aktuellen Roman „Gehen, ging, gegangen“ und hofft anschließend auf viele Fragen aus dem Publikum.

Pünktlich zur neuen Preisverleihung – der Hasenclever-Preis wird alle zwei Jahre vergeben – ist auch das neue Jahrbuch der HWG erschienen. Unter dem Titel „Von der Moderne zur Gegenwart“ wird die Preisvergabe an Michael Köhlmeier dokumentiert und neue Texte des Namensgebers selbst vorgestellt (ISBN: 978-3-944072-80-7).

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