Autofahrerin beschimpft Polizisten: „Sie sind gefälscht!“

Von: red/pol
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Blau gemacht: Die neuen Polizeiuniformen des Landes Nordrhein-Westfalen ersetzen die alte grüne Variante. Symbolfoto: dpa

Aachen. Mit einer überaus widerspenstigen Autofahrerin hatten es jetzt zwei Aachener Polizisten zu tun. „Soviel Ignoranz und Dreistigkeit hatten sie im Verkehrssektor selten erlebt“, heißt es im Polizeibericht - die Frau wollte die Ordnungshüter gar nicht erst als solche anerkennen.

Die tollsten Ausreden kämen den Polizisten fast tagtäglich zu Ohren, so Polizeisprecher Paul Kemen. „Aber völlige Ignoranz, das kannten sie bislang nicht.“ Eine solche legte die 56-jährige Fahrerin aus Würselen an den Tag. Sie hatte in der Aachener Innenstadt eine rote Ampel missachtet und dabei fast eine Fußgängerin angefahren. Die hatte zur Seite springen müssen, um nicht zum Unfallopfer zu werden.

Die Polizisten, beide Augenzeugen, hefteten sich mit dem Streifenwagen an die Fersen der Autofahrerin. Die, den Blick streng geradeaus, ignorierte zunächst die blinkenden Anhaltesignale „Bitte folgen“, dann „Stopp Polizei“ und schließlich, beim Überholen, den Wink mit der Polizeikelle. Erst an einer weiteren roten Ampel blieb sie stehen. Und offenbar nur, weil der Weg durch wartende Autos versperrt war.

Als die Polizisten sie ansprachen, dachte sie nicht daran, zu antworten und kurbelte schließlich sogar das Fenster hoch. Als der Beamte die Fahrertür öffnete und versuchte, ein Gespräch aufzubauen, scheiterte er kläglich. Es folgte eine gewaltige Schimpfkanonade: „Sie sind alle Clowns! Sie sind keine Polizisten! Dann sind sie grün, dann mal blau, dann beige. Sie kriegen gar nichts von mir! Sie sind nicht echt! Sie sind gefälscht!“

Der Polizeibericht weiter: Selbst als die Beamten - getreu der polizeilichen Leitlinie des Deeskalationsprinzips - beruhigend auf die Frau eingingen und ihr den Dienstausweis zeigten, bezeichnete sie diesen als „lächerlich plump gefälscht“.

Die Ordnungshüter hätten daraufhin in Schule und Praxis erlernte Kommunikationsfähigkeiten abgerufen - so sei es ihnen nach etwa fünf Minuten doch noch gelungen, den Führerschein der Dame ausgehändigt zu bekommen. Von einer roten Ampel habe sie nichts gesehen, erklärte die Fahrerin. Ebenso wenig von einer Fußgängerin, die da herumgelaufen sei.

Die Polizisten erstatteten eine Anzeige gegen die 56-Jährige wegen einer Straßenverkehrsgefährdung. Der Polizeibericht schließt mit den Worten: „Einen Bericht schickten sie an die Führerscheinstelle mit dem Bemerken, vielleicht überprüfen zu lassen, ob das starrsinnige Verhalten der Dame vielleicht eine innere Ursache habe.“

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