Autofahrer übersah Rollerfahrer: Fahrlässige Tötung?

Von: Janou Müller-Beuermann
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Bei dem tödlichen Verkehrsunfall auf der Neuenhofstraße im März kam der 49-jährige Rollerfahrer ums Leben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nach einem tödlichen Zusammenstoß mit einem Rollerfahrer auf der Neuenhofstraße im März muss sich nun ein junger Autofahrer vor dem Amtsgericht Aachen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen aus der Gemeinde Roetgen fahrlässige Tötung vor.

Eine sofortige Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 3000 Euro lehnte die Anklagebehörde ab. Die Verteidigung hatte dies mit Verweis auf die große Betroffenheit des Angeklagten und zur Verkürzung der Sache vorgeschlagen. Nun soll noch ein Sachverständiger gehört werden.

Nur schnell zum Bäcker

Der Unfall geschah vor fast genau einem Jahr. Der Angeklagte wollte gegen 9.30 Uhr auf seinem Weg zur Arbeitsstelle noch schnell ein Brötchen beim Bäcker kaufen – wie jeden Morgen. An einer Kreuzung soll er als Linksabbieger den Vespafahrer auf der entgegenkommenden Geradeausspur übersehen und mit seinem VW-Golf erfasst haben. Der 49 Jahre alte Rollerfahrer war bei dem Unfall so schwer verletzt worden, dass er in der Notfallaufnahme eines Krankenhauses starb. Nun sagte der Angeklagte vor Gericht, der Rollerfahrer sei für ihn quasi aus dem Nichts heraus erschienen, denn der habe in letzter Sekunde einen Bus überholt.

Er selbst sei sich sicher gewesen, dass die Kreuzung für seinen Abbiegevorgang frei sei. „Dann habe ich nur einen kurzen Lichtblitz gesehen, und es kam zum Zusammenstoß“, erinnerte sich der Angeklagte, noch immer deutlich mitgenommen. Seine Version, wonach er in der Kreuzung noch vorsichtig abgebremst habe und erst dann abgebogen sei, hatten Zeugen nicht gesehen. Jedoch bestätigten Beobachter die Angaben des Beschuldigten, wonach der Rollerfahrer erst im letzten Moment auf der Bildfläche erschienen sei.

Laut schriftlichem Sachverständigengutachten betrug die Kollisionsgeschwindigkeit beim Auto 25 bis 30 und beim Roller 45 bis 50 Kilometer pro Stunde. Der Gutachter soll am 25. März persönlich vor Gericht erscheinen, um noch offene Fragen zu beantworten. Erst dann ist auch mit einem Urteil zu rechnen.

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