Ausstellungen in der Sparkass: Kriegsgräber als Friedensmale

Von: Katharina Redanz
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Mahnung und Erinnerung: In der Sparkassenzentrale am Münsterplatz eröffneten André Schnitkervom VDK Aachen, Sparkassendirektor Hubert Herpers, VDK-Bezirksgeschäftsführer Martin Gadow, Ellen Heimbach vom VDK im Kreisverband Aachen und Oberstleutnant Volker Schmank (von links) die Ausstellung über die Toten der beiden Weltkriege. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Seit 70 Jahren herrscht Frieden in Westeuropa, die meisten Grenzen stehen – in der Regel – offen, es gibt ein vereintes Europa. „Aber das war nicht immer so“, sagt Martin Gadow, „das ist vielen nicht mehr so bewusst.“ Gadow ist Geschäftsführer des Bezirksverbands Köln-Aachen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Der Verein hat zwei Ausstellungen entwickelt, die in der Sparkasse am Münsterplatz eröffnet wurden. Die Ausstellung „14/18 – mitten in Europa“ beschreibt in sechs Kapiteln die Vorgeschichte, den Verlauf und die Folgen des Ersten Weltkriegs. In der zweiten Ausstellung „Gräber mahnen zum Frieden“ wird die Arbeit des Volksbundes kommuniziert: „Der Volksbund baut, pflegt und unterhält Kriegsgräberstätten“, erklärt Gadow. Dabei gehe es hauptsächlich darum, „Kriegsgräber als Mahnmale zum Frieden zu erhalten“.

An den vielen Gefallenen sei nämlich gut zu sehen, wie hart unser heutiger Frieden erkämpft wurde. Insgesamt 2,7 Millionen Kriegsgräber auf über 830 Gräberstätten werden in 45 Ländern Europas und Afrikas vom Volksbund gepflegt, 900.000 davon sind Grabablagen von Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg. Für die innerdeutschen Kriegsgräberstätten sind die Kommunen zuständig, auf dem Waldfriedhof liegen rund 5000 Soldaten.

„Wir haben durch unsere Eltern und Großeltern mitgekriegt, was Krieg ist“, sagt Hubert Herpers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, „mein Vater ist mit uns an Allerheiligen auch immer zu den Kriegsgräbern gegangen.“ Auch jetzt würden nicht weit entfernt Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen sterben – dennoch gebe es in den Köpfen der Menschen hier nur ein geringes Kriegsbewusstsein. Umso mehr freue Herpers sich nun über die Ausstellungen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die zahlreichen Gräber seien eine Erinnerung an die vielen Kriegsopfer und mahnten zum Frieden.

Gadow sieht die Gräber als Mahnmal. Um diese erhalten zu können, brauche der Verein finanzielle Unterstützung, die Mitgliederzahlen seien in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Dennoch sei es unverzichtbar, die Gräber weiter zu pflegen und beispielsweise durch Ausstellungen Bewusstsein zu schaffen.

Die Ausstellungen stellen mit Bildern, Text und Zitaten von beispielsweise Grabstättenbesuchern den Ersten Weltkrieg sowie die Arbeit des Volksbundes dar. „Neben der Grabespflege ist unser zweites Standbein die Schul- und Jugendbildung“, so Gadow, „es ist wichtig, gerade der jungen Generation zu zeigen wer wir sind, was wir machen und vor allem warum.“ Bis zum 4. November stehen die Aufsteller in der Kundenhalle der Sparkassenzentrale frei zugänglich.

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