Ausstellung „zwölfhundert“: Neue Ansichten rund um Karl den Großen

Von: Svenja Pesch
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Kaiser Karl mal ganz anders: Die Mitglieder des Ateliers „Kunstdialog“ zeigen ihre Werke am 10. und 11. Mai in der Aula Carolina. Foto: Svenja Pesch

Aachen. Keiner, wirklich keiner kommt dieses Jahr an ihm vorbei. Und das, obwohl er schon längst nicht mehr unter den Lebenden weilt. Um genau zu sein: 2014 ist sein 1200. Todestag.

Die Rede ist von keinem Geringeren als Carolus Magnus, Charlemagne oder eben Karl dem Großen. Und da die Stadt mit den heißen Quellen und der prächtigen Pfalz nun mal des Kaisers liebster und längster Aufenthaltsort war, sind viele Öcher im Karls-Fieber.

So auch die 15 Künstler des Ateliers „Kunstdialog,“ die sich unter dem Motto „Zwölfhundert“ mit den vielen Facetten des Frankenherrschers befasst haben. „Wir haben uns ein gutes Jahr auf die Gemeinschaftsausstellung in der Aula Carolina vorbereitet. Das Besondere ist, dass jeder Künstler das Thema auf seine ganz eigene Art angegangen ist, es aber auch ein Werk gibt, an dem alle gemeinsam gearbeitet haben“, erzählt Hella Frowein-Hagenah, eine der Künstlerinnen.

Breit gefächertes Spektrum

Breit gefächert sind auch die Einzelstücke. Von Kritik über Bewunderung bis hin zu Ironie ist alles dabei, was den Kaiser ins rechte Licht rückt. Andrea Zang etwa spricht in ihrem Gemälde, auf dem ein Affe und eine Raubkatze hungrig in einer Bibliothek sitzen, den Bildungshunger an, der mit dem Einzug der karolingischen Renaissance ein wenig gestillt werden konnte. Klaus Hauschopp präsentiert dagegen keine Malerei, sondern zwei Puppen. Konkret: zwei Helden. Winnetou und Kaiser Karl haben eines gemeinsam – sie sind beide Sieger, irgendwie. Doch was macht einen Helden aus? Hauschopp setzt sich auch mit Karls Ruf als „Sachenschlächter“ auseinander.

Dennoch bleibt angesichts der Flut an Informationen rund um den berühmtesten Karolinger die Frage offen, ob es denn nicht langsam mal genug ist mit diesem Thema . . . „Anfangs dachten wir natürlich auch, dass man an Karl nicht vorbeikommt, und es gab schon mal den einen oder anderen Moment, wo es uns zu den Ohren rauskam“, erzählt Frowein-Hagenah lachend und ergänzt: „Aber da wir so viel Material hatten und es einfach unglaublich viele Aspekte gibt, hat jeder einen ganz eigenen Weg gefunden, den Titel mit Leben zu füllen.“ Sie selbst befasst sich mit der Installation „Der Himmel über Karl“ mit dem Stadtpatron.

Seit 2004 als Gruppe aktiv

Die 15 Künstler stellen übrigens nicht das erste Mal in dieser Konstellation in der Aula Carolina aus. Seit 2004 organisiert die Gruppe, die sich durch ein Projekt in der Bleiberger Fabrik kennengelernt hat, gemeinsam thematische Schauen.

Die Ausstellung „Zwölfhundert“ ist am 10. und 11. Mai, jeweils 11 bis 19, Uhr in der Aula Carolina, Pontstraße 7-9, zu sehen. Die Vernissage findet am Freitag, 9. Mai, um 20 Uhr statt.

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