Ausstellung: Wo Schweineblut an Kriegsgräuel erinnert

Von: David Grzeschik
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Ausstellung „In honorem sancti Filippi Neri“: Unter anderem in der Kirche St. Sebastian an der Ahornstraße zeigen Aachener Künstler ihre Arbeiten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eugen Rother hat einen ungewöhnlichen Weg gewählt. Für sein Kunstwerk hat er echtes Schweineblut verwendet. Das Werk des Künstlers und Diplom-Designers besteht aus vier Leinwänden. Auf sie hat er jeweils einen Ort geschrieben, der mit Massakern in Verbindung gebracht wird. Zum Beispiel Srebrenica. Oder Wounded Knee. Sein Kunstwerk soll zum Nachdenken anregen.

„Wie ist das mit dem Schlachten von Tieren? Oder gar dem Töten von Menschen?“, fragt er. „Es sind viele Frage, auf die es leider wenige Antworten gibt.“

Kreuz aus Eichenholz

44 Kunstwerke, zwölf Künstler, vier Kirchen: Am morgigen Sonntag startet die Ausstellung „In honorem sancti Filippi Neri“. „Blut 2011“ – so der Name von Rothers Werk – ist ein Teil der Ausstellung. Zu sehen ist sie in den Kirchen St. Sebastian, St. Philipp Neri, St. Konrad und St. Peter. Anlass ist der Geburtstag des heiligen Philipp Neri, der sich in diesem Jahr zum 500. Mal jährt.

Dabei haben längst nicht alle Ausstellungsstücke einen so ernsten Charakter wie das von Rother. Auch erzählen nicht alle direkt aus dem Leben von Philipp Neri. „Viele regen zur Meditation an“, erklärt Gotthardt Walter, Initiator der Ausstellung. Dies sei gut, da auch in Neris Leben die Meditation eine große Rolle gespielt habe.

Walter, Bildhauer und gelernter Zimmermann, ist selbst einer der zwölf beteiligten Künstler. Im Altarraum von St. Sebastian – und somit in der gleichen Kirche, in der auch Eugen Rothers Werk einen Platz gefunden hat – können Interessierte ein Kreuz aus Eichenholz betrachten. Wichtig war Walter, dass das Kreuz auf dem Boden liegt und nicht an einer Wand hängt. „Damit ist man als Betrachter viel näher am Geschehen“, zeigt sich der Künstler überzeugt.

Letztes Abendmahl im OP-Saal

Hans-Wolfgang Menges-Spell setzt dagegen auf ungewöhnliches und zeigt eine Darstellung des letzten Abendmahls in einem OP-Saal. Der 68-Jährige ist selbst einmal Chirurg gewesen. Die Produktdesignerin und Künstlerin GiK_Gisela Klaßen ist unterdessen mit gleich fünf Kunstwerken vertreten. In St. Sebastian hängt ihr Bild mit dem Namen „Würde Erlösen“. Es ist ein „Baum-Bild“, mit dem Klaßen unter anderem auf mangelnde Wertschätzung und Würde gegenüber der Natur aufmerksam machen möchte.

Bernd Föhr, Pfarrer in St. Sebastian, zeigt sich mit den ausgestellten Stücken und der Bandbreite zufrieden. „Es ist interessant zu sehen, welche Ideen Künstler heute beim Thema Philipp Neri haben“, so der Geistliche. Zu sehen ist die Ausstellung von morgen an bis zum 21. Juni.

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