Ausstellung von John Franzen im Raum für Kunst

Von: Ricarda Timm
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Linientreuer Künstler: John Franzen stellt derzeit „Each Line One Breath“ im Raum für Kunst in der Elisengalerie aus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Was ist der Ursprung allen Seins und aller Energie? Und was sind die Urelemente des Zeichnens? Diesen Fragen ist der Maas-trichter Künstler John Franzen auf den Grund gegangen. Seine Antwort: die erste Linie.

Aus dieser ersten Linie entstehen bei Franzen Formen und Strukturen aller Art, die uns an die Natur erinnern. Wellen, Hügel und Blätter, aber auch komplizierte Verkapselungen. Mit seiner Ausstellung „Each Line One Breath“ bringt er den Besuchern seine Ideen nahe.

John Franzen, 1981 in Aachen geboren, erschafft mit seinem Werk eine eigene Kosmologie, also eine eigene „Lehre von der Entstehung und Entwicklung des Weltalls“. Dabei verbindet er zwei Urprinzipien miteinander: Den Puls und die Atmung als Quellen der ständigen Wiederholung und die Linie als Urmotiv des bildlichen Schöpfens selbst. Mit der Wiederholung der Ursequenz (Linie) im gleichen Rhythmus (Atemzug) wird der Künstler zum Kanal für das, was entsteht. Sein Werk ist also etwas Natürliches. Es geschieht einfach, wenn der Künstler es nur lässt und der Natur freien Lauf gewährt. Und das tut er – fast immer. Ein Bild tanzt aus der Reihe, wirkt geradezu kaltblütig und maschinell angefertigt, so monoton steht eine Linie neben der anderen. Bei diesem Bild hat er sich gezwungen, Fehler zu unterdrücken und er hat sich nicht auf die Dinge eingelassen, also mit einem festen Konzept jede Linie neben die Andere gereiht.

Nach Franzen entstehen durch einen so rationalen Geist Monotonie und Kaltblütigkeit und er stellt damit etwas sehr Gefährliches dar. Wenn aber Herz und Geist gemeinsam durch den Körper agieren, entstehen natürliche unterschiedliche Formen. „Ich will mich dem natürlichen Zyklus, wie er in der Natur zu finden ist, verpflichten. Es ist nur intelligent, demütig vor der Natur zu sein. Man braucht sie, um feine Strukturen empfinden zu können. Das Fragile zwischen den starken Konturen ist das Interessante,“ erklärt Franzen.

Die Ausstellung im Raum für Kunst wird durch das Kultursponsoring der Sparkasse Aachen finanziert. „In unserem Raum versuchen wir der Vielfalt, die hier in der Region entsteht, Platz zu geben“, erklärt die Leiterin Helga Scholl. Unterschiedliche Konzepte sind herzlich willkommen. Man will vor allem junge Künstler fördern, die gerade noch auf der Bühne der Öffentlichkeit ankommen.

Professor Wolfgang Becker wird die Ausstellung am Freitag, 22. Mai, um 19 Uhr eröffnen und kunstgeschichtlich einordnen. Natürlich ist auch John Franzen selbst dabei. Dazu ist jeder herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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