Ausstellung „Quer fällt ein“: Für eine Welt, die nicht eins ist

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Symbolisches Kunstwerk für Flüchtlingsschicksale im Kunstwechsel Aachen: Die äußerlich zerrissenen Figuren kommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Quer fällt ein“. Oder doch besser: „Querfeldein“? Vielleicht ist es sogar irgendetwas zwischen einem genialen Einfall und dem Abschweifen in ruhige Gefilde? Für die 19 der 30 Mitglieder des Vereins „Dreieck. Triangle. Driehoek“, die unter dem Motto „quer fällt ein“ im Kunstwechsel Aachen ausstellen, ist das Thema größtenteils eine Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Angelegenheiten, wie Künstlerin Uta Göbel-Groß erzählt.

Hoffnung auf besseres Leben

Sie selbst behandelt in ihrem Kunstwerk die Flüchtlingsproblematik. Die äußerlich zerrissenen Figuren kommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa. Ihre Vision hält sie am Leben. Beatrix von Bock regt mit ihrer Arbeit den Betrachter zum Nachdenken an. Hinter dem Titel „24.900“ verbirgt sich das Schicksal 24.900 Menschen, die in den letzten zehn Jahren im Mittelmeer auf ihrer Flucht ertrunken sind.

Ihre Fingerabdrücke hat sie aneinandergereiht und so entsteht ein großes Bild, welches erschreckend und bedrückend zugleich ist. Politisch bleibt es auch bei Anita Werner. „Schönscheiß“ heißen die Fotografien der Laborantin. Darauf zu sehen: Fleisch. Aber nicht im herkömmlichen Sinn.

Dank Kalilauge, Glycerin und Alkohol macht sie Fleisch durchsichtig. Und was dadurch zum Vorschein kommt, hat mit einem vermeintlich harmlosen Schnitzel nichts gemeinsam. Die vielen anderen Zusammensetzungen und „Zutaten“ machen das Fleisch zu einer Mahlzeit, über die man in Zukunft sicherlich genauer nachdenken wird.

Zu den 19 Mitgliedern des Vereins reihen sich auch zwei Gastkünstler. Die letztes Jahr gestorbene Monika Brenner sowie ihr Sohn Leo. „Monika Brenner war eines unserer Gründungsmitglieder. In ihren Arbeiten verwendet sie Materialien wie Erde und Sand und entwirft damit schriftähnliche Zeichen“, ergänzt Göbel-Groß. Ihr Sohn erzählt mit seinem Werk eine Geschichte.

Genauer: eine Containergeschichte. Seine alte Steppdecke erinnert an die vielen Container, in denen Flüchtlinge wohnen oder sich verstecken. In jedem einzelnen der bunten Behälter steckt Leben drin und werden Geschichten erzählt. Geschichten, wie sie nur ganz selten nach draußen dringen. Die Akteure von „quer fällt ein“ machen deutlich, dass in dieser einen Welt bei weitem nicht alles eins ist.

Die Ausstellung „quer fällt ein“ ist bis zum 11. Oktober im Kunstwechsel, Wilhelmstraße 26, zu sehen. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags tags von 14 bis 18 Uhr.

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