Ausstellung: Menschen auf ihren „Schicksalswegen“

Von: Ricarda Timm
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„Schicksalswege“ in der Citykirche: Zur Vernissage am 19. November haben sich die Tänzerinnen Claudia Mark und Dorotheé Reul genau wie die Künstler Dieter Eichelmann und Hans-Wolfgang Menges-Spell (von links) etwas Besonderes einfallen lassen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein besonderes Kunstprojekt wird von einem fünfköpfigen regionalen Künstlerensemble inszeniert, das sich eigens für die Ausstellung mit ihren Kunstwerken zusammengefunden hat. Dabei zieht sich das Thema „Schicksalswege“ durch alle Darbietungen und Darstellungen.

Der Würselener Künstler Dieter Eichelmann ist der Initiator und Ideengeber für das Projekt. Er zeigt Fotos von Menschen auf ihren Leidens-, Lebens- und Schicksalswegen – und das auf 16 verschiedenen Bildtafeln. Jede Bildtafel bildet eine Spirale, auf der sich ein Kreuz in 15 Schritten vom Bildrand zur Bildmitte, der Erlösung, bewegt. Dem historischen Kreuzweg nachempfunden, sonst meist in 14 Schritten verstanden, stellt Eichelmann 15 Stationen von menschlichen Schicksalswegen dar. Christoph Leuchter hat zu diesen Bildtafeln lyrische Texte und Klaviermusik geschrieben. Beides wird am Abend der Vernissage am 19. November, passend zu den Bildtafeln von Leuchter live gespielt und vorgetragen.

Hans-Wolfgang Menges-Spell nimmt das Thema Schicksalswege durch eine schwarz-weiße, karg gedeckte Tafel auf, die sich durch das gesamte Hauptschiff der Kirche zieht. „Das letzte Abendmahl der 24 unbekannten Kinder in Uganda 2010/XII“ erinnert an die Entführung von 24 Kindern in Uganda 2010, von der nur zerbrochener Tisch übrig blieb. Die Kinder wurden nie wieder gesehen. Der Tisch von Spell, so sein Künstlername, soll als buchstäbliche Gedenk-„Tafel“ gegen die Kultur des Verdrängens und Vergessens wirken. Ursprünglich war sie für die international tätige Künstler-Organisation Artists for Freedom erschaffen worden, die vom Erlös verkaufter Kunstwerke Kindersklaven und -soldaten freikauft.

Die Tänzerinnen Claudia Mark und Dorothée Reul runden den Abend mit ihrer Choreographie „ein.ander.zu“ ab. Sie stellen Schicksale zweier Menschen tänzerisch dar.

Die Citykirche eigne sich besonders gut für das Projekt, da sie als Begegnungsstätte die Schicksale von Menschen wieder zurück an die Besucher tragen könne, so Eichelmann. Menschen, die selbst nicht reden können, bekämen so ein Sprachrohr.

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