Ausstellung: Künstlerische „SeitenSprünge“

Von: Maike Holle
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Gegensätze ziehen sich an: In der Galerie „Artikel 5“ stellen Monika Petschnigg und Klaus Kaufmann gemeinsam ihre Werke aus. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Einmal einen Seitensprung begehen. Weg vom Alltäglichen und bereits Bekannten. Sich einfach mal etwas Neuem zuwenden. Genau das wollten Monika Petschnigg und Klaus Kaufmann. Auch wenn es sich bei ihnen keinesfalls um ein frivoles Liebesabenteuer handelte.

Vielmehr wendeten sich die beiden Künstler neuen Bereichen ihrer Arbeiten zu und präsentieren diese jetzt in ihrer Ausstellung „SeitenSprünge“ in der Produzentengalerie „Artikel 5“.

Petschnigg ist normalerweise in der Landschaftsmalerei beheimatet und bringt dabei mit vielen Grüntönen Naturmotive auf Papier und Leinwand. In der Ausstellung zeigt sie jetzt eine andere Seite von sich: In zehn Gemälden präsentiert sie skurrile und ab-strakte Linien und Farbverläufe und verwendet dabei fast ausschließlich helle Acrylfarben. Ihre Bilder regen die Fantasie an und vermitteln eine freundliche Atmosphäre. Durch Farbschichtungen, Spachtelarbeiten und Waschungen entstanden einzigartige Arbeiten, in denen jeder Betrachter etwas Neues wiedererkennen kann.

Bei Kaufmanns plastischen Werken steht üblicherweise der Mensch im Mittelpunkt. In seinen Objekten stellt er verschiedene Materialien zusammen, beispielsweise Holz, Nägel oder Fundstücke. „Die Wechselwirkung zwischen meinen Arbeiten und den dazugehörigen Titeln ist mir besonders wichtig. Erst dadurch werden Humor und eine gewisse Doppeldeutigkeit sichtbar“, erklärte Kaufmann. So auch in seinem Werk „Fesselnde Literatur“, bei dem er zwei Bücher durch ein einfaches Stück Kordel – im wahrsten Sinne des Wortes – aneinanderfesselt.

In der Ausstellung wagt Kaufmann einen „Seitensprung“ weg von seinen Arbeiten, in denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Stattdessen lässt er sich von Literatur inspirieren. „Motive aus bekannten Geschichten dienten mir als Ideengeber. In meinen Objekten stellte ich dann einen konkreten Bezug dazu her“, erläuterte der Künstler. Darunter befinden sich Klassiker wie „Der weiße Hai“ von Peter Benchley oder „Momo“ von Michael Ende. Zu Letzterem verarbeitet er unter anderem eine Uhr – denn Zeit spielt schließlich eine wichtige Rolle in dem Roman. Dahinter platziert er Nägel, die die „grauen Herren“ aus der Geschichte repräsentieren.

Obwohl die beiden Künstler sich schon länger kennen, ist es ihre erste gemeinsame Ausstellung. Ihre Werke wirken sehr verschieden: die abstrakten, hellen Gemälde auf der einen und die Objekte mit den rostigen Nägeln auf der anderen Seite. „Gegensätze ziehen sich nun mal an“, bemerkte Petschnigg schmunzelnd. Beide blicken jetzt auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. „Und vielleicht ist es nicht die letzte gemeinsame Ausstellung“, merkte Kaufmann an.

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