Aachen - Ausstellung in der Citykirche beschäftigt sich mit Kuba

Ausstellung in der Citykirche beschäftigt sich mit Kuba

Von: Sabine Rehberg
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Neue Sichtweisen auf Kuba: Edgar Lamm (von links) und Martin Lessenthin schauen auf ein Exponat der Ausstellung „Discover (the real) Cuba” in der Citykirche St. Nikolaus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Erschreckend, wie machtlos die Bevölkerung ist”, stellt Lucas van Laack fest. Das ist nur einer der vielen Kommentare, die man bei der Eröffnung der Ausstellung „Discover (the real) Cuba” hörte. Das Bild von fröhlichen, lebensfrohen und tanzenden Menschen bröckelte bei den Gästen angesichts der Berichte und Bilder von Unterdrückung und Elend.

„Wir haben alle ein etwas falsch eingefärbtes Bild von Kuba”, sagte Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer. Unterdrückung, Bevormundung, Zensur und Ausbeutung sind an der Tagesordnung. Bereits ein Gespräch mit einem Ausländer, eine simple Information über eine Salmonellenvergiftung kann schon hohe Haftstrafen nach sich ziehen. „Die Ausstellung ist zwar zwei Jahre alt, aber immer noch brandaktuell”, betonte der Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), dem Organisator der Ausstellung.

Denn bislang ist keiner der politischen Gefangenen, von denen die Ausstellung berichtet freigelassen worden - im Gegenteil. Die Anzahl der Verhaftungen stieg im vergangenen Jahr in Kuba sogar noch an.

Auch der Aachener Landtagsabgeordnete Rolf Einmahl hat ein neues Bild von Kuba gewonnen. Er war von den Eindrücken der Ausstellung so erschüttert, dass er spontan seine Hilfe anbot. Er will sich künftig für die Belange der politischen Gefangenen Kubas im politischen Patenschaftsprogramm der IGFM engagieren.

Prominente Paten des Programms sind bereits Hans-Gerd Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, und der saarländische Ministerpräsident Peter Müller. Sie übernahmen die Patenschaft für den kubanischen Arzt Dr. Oscar Elias Biscet, der 2003 zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war.

Besonders mit dem Mythos von Kuba als billigem Urlaubsland, wollte Lessenthin aufräumen. Manipulierte Wechselkurse helfen dem Regime seine Macht zu sichern. Dem durchschnittlichen Kubaner bleiben jedoch oftmals nur zehn US-Dollar im Monat zum Leben. Ganz im Gegensatz zu den Touristen, für die dieser Betrag nur einen Bruchteil ihres täglichen Taschengelds ausmacht. „Solange in Kuba Menschen diskriminiert und gefangen gehalten werden, kann man nicht mit gutem Gewissen die Seele baumeln lassen”, erklärte Lessenthin.
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