Ausstellung: Im früheren Stadtbad sprudelt jetzt die Kunst

Von: sist
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Faszination Wasser: Daniel Rothbart ist einer der Künstler, die ihre Werke im alten Stadtbad am Blücherplatz präsentieren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das Thema „Wasser“ ist in Aachen fast allgegenwärtig, allerdings selten so vielseitig und international inszeniert worden wie in der Ausstellung „Wasser im Stadtbad“, die am Sonntag im früheren Stadtbad am Blücherplatz eröffnet wird. Kuratiert von Wolfgang Becker, zeigen drei internationale Künstler das nasse Element in allen denkbaren Erscheinungsbildern.

„Die Menschen versuchen Wasser zu dominieren und zu kontrollieren“, erzählt Daniel Rothbart, New Yorker Künstler, der mit „Everything flows, nothing stands still“ (alles fließt, nichts steht still) die Bewegung des Wassers darstellt. Bei einem Besuch der Niagarafälle wurde ihm bewusst, dass der Fluss des Wassers längst zwecks Energiegewinnung technisch reguliert ist.

Inspiriert von Nikola Tesla entstand so mit der Künstlerin Milica Lapevi die Idee, Wasser neu in Szene zu setzten. In seinem Werk, das bis 25. September im Keller des Stadtbades zu besichtigen ist, hat er Videomaterial des heutigen Wasserfalles mit Aufnahmen kombiniert, die genau wie der Keller des Stadtbades aus den 20er Jahren stammen. Unterlegt durch Musik von Patrick Grant entsteht so eine eindrucksvolle Inszenierung über Wasser und seine hydroelektrische Kraft.

Wahl-Aachenerin Sigrid von Lintig ist wie Rothbart eine Bewunderin Beckers, seines Zeichens Gründungsdirektor des Ludwig Forums. Als sie von den Plänen hörte, das Stadtbad zur Kulturstätte zu machen, sollte eine Auswahl ihrer Werke zum Thema „Schwimmer“ nicht fehlen. Seit ihrer Kindheit vom fließenden Element fasziniert, wagte sie „den Sprung ins kalte Wasser“ und konzentrierte sich auf die Abbildung von Schwimmern.

Dabei zeigt sie, dass sie trotz des immer gleichen Motivs durch Lichteinflüsse und Bewegungen ständig neue Abbildungen schaffen kann. Im Stadtbad ist dies ab Sonntag, 28. August, jeweils sonntags bis donnerstags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

Als dritter Künstler stellt Wolfgang von Contzen aus, der den Rhein an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten und aus verschiedenen Winkeln inszeniert. Er zeigt 40 Fotografien, inspiriert von dem japanischen Künstler Hokusai, der den Berg Fuji 120 Mal aus verschiedenen Blickwinkeln abbildete.

Das alte Stadtbad bietet dafür eine wundervolle Kulisse. Selbst ein Fresko, das bei Renovierungsarbeiten freigelegt wurde, ist im Eingangsbereich zu bewundern und erinnert an die Vergangenheit der Badeeinrichtung, in der einst ganz Aachen „brauste“. Mit der Eröffnung des Stadtbades als Kulturzentrum erfüllt sich für Becker ein Traum, der nach eigenen Angaben ein „Fachmann für Wasser“ geworden ist. Auf www.wasserkunst.ac sammelt er seit Jahren alle Künstler, die mit Wasser arbeiten, und freut sich, nun eine Auswahl präsentieren zu können.

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