Ausstellung: Ein Blick auf die letzten Dinge

Von: Marie Eckert
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Ausstellungseröffnung "Mein Koffer für die letzte Reise": In der Kirche St. Michael-Burtscheid zeigt Initiatorin Silvia Dederichs Exponate. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. In der Burtscheider Pfarrkirche St. Michael geht’s um Leben und Tod – thematisch. Die Trauergesprächsgruppe aus St. Gregor von Burtscheid hat nämlich eine Ausstellung und Veranstaltungsreihe genau zu diesen Thema vorbereitet.

„Mein Koffer für die letzte Reise“ heißt die Ausstellung und beschäftigt sich mit einer zentralen Frage: Was würde man im letzten Koffer mitnehmen, wenn man könnte, was ist wichtig?

Jetzt wurde die Ausstellung in der Pfarrkirche eröffnet. Die Idee lieferte der Trauerbegleiter Fritz Roth aus Bergisch Gladbach, dessen Wanderausstellung noch immer in verschiedenen Städten zu sehen ist. Die Trauergesprächsgruppe hat die Idee im Kleinen übernommen, 50 Menschen gefragt, was sie auf ihre letzte Reise mitnehmen würden und schließlich 14 Koffer mit ganz unterschiedlichen Gegenständen, Bildern, Erinnerungen gefüllt.

Und das sieht so aus: Im hinteren Teil der Pfarrkirche stehen 14 mittelgroße, aufgeklappte Koffer. Jeder ist gefüllt mit dem, was den Kofferinhaber auf der letzten Reise begleiten soll – das sind bei dem einen Fotos von seiner Frau, bei dem anderen ist es ein Tagebuch, wieder ein anderer lässt seinen Koffer leer, weil er nur seine schönsten Erinnerungen mitnehmen möchte. Oder unzählige Blumensamen, die eine riesige, bunte Wiese bescheren könnten. Oder ein Kochbuch, eine Bibel, ein Malblock mit Pinsel.

Ein Genießer war wohl bei dem Koffer am Werk, der eine Flasche Rotwein, ein riesiges Baguette und eine Staude Weintrauben beinhaltet. So unterschiedlich, wie alle Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Koffer, die sie auf ihre letzte Reise begleiten sollten.

Die Ausstellung soll an die Endlichkeit des Lebens erinnern und gleichzeitig zur Reflexion anregen. „Eine wirkliche Wertschätzung für das Leben setzt die Auseinandersetzung mit seiner Endlichkeit voraus“, erklärte Gemeindereferentin Silvia Dederichs den Gedanken.

Bis Mittwoch, 19. März, kann die Ausstellung täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden. Und für diejenigen, die sich selber auch Gedanken machen möchten, steht am Rande der Ausstellung ein ungefüllter Koffer. Daneben liegen Blätter, die mit eigenen Ideen beschrieben werden können.

Zum Thema „Leben und Tod“ hat die Trauergruppe St. Gregor von Burtscheid eine Veranstaltungsreihe organisiert. Neben der Ausstellung gibt es am Mittwoch, 12. März, um 20 Uhr ein Konzert mit dem Vokalensemble“Vocamino“, das Motto ist „Himmlisch-Irdisch“.

Am Mittwoch, 19. März, findet um 20 Uhr der Wortabend „Leben und Tod“ statt. AZ-Redakteur Bernd Büttgens liest aus dem „Buch vom Leben und Sterben“, Christoph Birken und seine Begleiter sorgen für die musikalische Untermalung. Der Eintritt ist an allen Abenden frei.

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