Aachen - Ausstellung beschäftigt sich mit den fatalen Folgen des Klimawandels

Ausstellung beschäftigt sich mit den fatalen Folgen des Klimawandels

Von: Tessa Bräutigam
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„Waiting Water“: Birgit Bodden, Klara Hurkova, Claudia Döring,Brigitta Lance, Monika Nordhauser, Stefanie Wekott, Andrea Meishammer und Petra Ostre setzen sich künstlerisch-kritisch mit dem Klimawandel auseinander. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Noch liegen zwischen dem Skulpturenhügel im deutschen Lemiers und den belgischen Landen grüne Wälder und Wiesen, so weit das Auge reicht. Doch was passiert, wenn Menschen weiterhin rücksichtslos auf Kosten der Natur leben?

Vom 4. bis 12. Juni zeigen Birgitta Lancè und acht weitere Künstlerinnen mit der kritischen Ausstellung „Waiting Water“ die Vielfalt des Elements Wasser – und die Gefahren, die eine Ausbeutung der Ressourcen und der damit einhergehende Klimawandel mit sich bringt.

Am Fuß des Hügels wird man von Andrea Meishammer in Gestalt eines „Fährmanns“ empfangen. Der Betrachter betrachtet die unterschiedlichen kristallinen Formen des Wassers auf Leinwand. Eine Collage aus Naturmaterialien setzt sich zudem mit dem Thema Flucht auseinander und zeigt die betörende, aber auch gefährliche Kraft des Meeres. Mit einer besonderen Maltechnik bannt Daniela Melzig ihre transparent wirkenden Strandwelten auf Glas.

Gedanklich am Strand angelangt, wirbt Birgitta Lancé mit ihrem Strandkiosk auf ironische Art für mehr Umweltbewusstsein. Dass der Meeresspiegel steigt, ist keine Neuheit, dass jedoch in Aachen Schwimmreifen und Strandspielzeug verkauft werden, schon. Umringt von bunt leuchtendem Plastik mahnt ein Schild „Kein Rabatt für Klimaflüchtlinge“. Auch eine weiße Badewanne wirkt zunächst fremd, und doch fügt sie sich in die Natur ein durch Regen, Laub und Tiere, welche sie sich zu eigen machen.Wasser erleben und erforschen sollen die Besucher hier, um die Grenzen des Wachstums zu erkennen.

Mit dem Thema Grenze setzt sich auch Claudia Döring mit ihrer Installation „Fluchtstücke“ auseinander. Schuhe, Koffer, Kleidung – ein jedes erzählt eine Geschichte, und mit ihm liegt eine unangenehme Wahrheit im Gras. Ob die Skulpturengruppe von Gotthardt Walter gleich daneben Flüchtlinge darstellt, bleibt jedem selbst zu beurteilen.

Eine Ente auf dem Hügel

Inmitten des Hügels schwimmt eine große gelbe Ente auf einem gestrickten „Teich“. Seit 2012 arbeitet die Gruppe „aachenstrickschön“ an der Installation und stellt diese zum Welttag des Strickens auf dem Skulpturenhügel aus. Dass die Vielfalt der Wasserbewohner nicht immer schön ist, zeigt Claudia Döring mit ihrer Installation „Artenvielfalt“. Sie sammelte Müll aus dem Meer. Festgezurrt auf blauer Leinwand, hängen die verwahrlosten Gegenstände nun in der Landschaft.

„Irgendwann, wenn alle Fische vertrieben sind, wird uns nur der eigene Müll wieder ins Netz gehen“, erklärt Döring. Dass man im Einklang mit der Natur leben kann, will Stefanie Weskott mit ihrer Skulptur „Das Wesen im Holz“ zeigen. Über Monate hat sie aus einem vier Meter langen und 250 Kilo schweren Eichenstamm ein Boot geschaffen. Sie verdeutlicht damit, wie sich ein Naturprodukt unter Menschenhänden verändert.

Unweit vom Boot wird der Besucher eingeladen, Platz auf Strandstühlen zu nehmen und sich gedanklich mit Hilfe einer Installation von leicht wiegenden Wellen eine Vorstellung davon zu machen, wie es wäre, wenn das Meer bis nach Lemiers reichen würde. Perspektiven spielen auch bei Petra Ostrés Installation eine wichtige Rolle. Aus einem Ölfass starren Steine mit „Augen“ zurück, und allmählich wird eine zuerst schön anmutende silberne Welle aus der Werkstatt von Andrea Meishammer zu einer schockierend großen Fläche aus toten Fischen.

Fliesenbilder im Hof zeigen derweil Szenen aus dem Film „Der Läufer“ von Amir Naderi. Er handelt von einem Waisenjungen, der auf einer Müllkippe lebt und arbeitet. Die Glasurfarben auf den Fliesen haben beim Brennen Risse bekommen und verdeutlichen so die Diskrepanz zwischen technischem Fortschritt und Elend in der Welt.

Die Ausstellung „Waiting Water“ ist vom 4. bis zum 12. Juni auf dem Skulpturenhügel am Senserbachweg 210 zu sehen (samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr, dienstags bis freitags 14 bis 17 Uhr). Der Eintritt ist frei. Am Sonntag, 5. Juni, um 15 Uhr gibt es eine Lyriklesungen mit Klára Hurková und Birgit Bodden. Am Samstag 11. Juni, um 15 Uhr findet ein Jazzkonzert mit Ole Westermann statt.

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