Aachen - Ausstellung „Art meets Zen“: Kunst soll Dialog der Religionen fördern

Ausstellung „Art meets Zen“: Kunst soll Dialog der Religionen fördern

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Ein künstlerischer Beitrag zum Dialog der Religionen: Der Düsseldorfer Künstler Tilmann Krämer stellt bis nächsten Sonntag seine Bilder uns Installationen in der Nadelfabrik am Reichsweg aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Tilmann Krämer lädt jeden Besucher ein, sich vor allem eins zu nehmen. Zeit. Denn davon habe man heutzutage viel zu wenig, so der Künstler, der aktuell unter dem Motto „Art meets Zen“ in der Nadelfabrik seine Werke präsentiert. In Kooperation mit dem Arbeitskreis „Dialog der Religionen“ zeigt der Düsseldorfer Bilder und Installationen, die die Beziehung zwischen Buddhismus und moderner Kunst untersuchen.

Dabei hat sich Krämer vornehmlich auf die Auseinandersetzung mit dem „Herzsutra“ befasst, dem vielleicht wichtigsten Lehrtext des Mahayanabuddhismus. „Das Herzsutra kann man in Ansätzen mit dem Vater unser des Christentums vergleichen. Beide sind in der jeweiligen Religion sehr bekannt, wobei es beim Herzsutra darum geht, sein Herz für die Mitmenschen und deren Leidensgeschichte zu öffnen“, erzählt Tilmann Krämer.

„Buntes Haus“ passt perfekt

Für Heidemarie Ernst, Leiterin des Arbeitskreises Dialog der Religionen und Integrationsbeauftragte der Stadt Aachen, ist die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt in Richtung religiöser Verständigung: „Für uns war es absolut passend, die Ausstellung im Haus der Nadelfabrik zu zeigen, denn für ein buntes Thema wie die Religion ist dieses bunte Haus mit all seinen ansässigen Vereinen und Kulturen einfach perfekt.“

Krämer, der katholisch erzogen wurde, sich dann ganz von der Religion abwendete und seit Jahren nun vom Buddhismus überzeugt ist, hat für die Ausstellung insgesamt 108 Zeichnungen produziert, die sich wie ein Kreis um den „Ort der Ruhe“ reihen.

Dieser ist eine Installation mitten im Raum, der die Besucher einlädt, auf Steinen zur Ruhe zu kommen und die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft symbolisch wahrzunehmen. „Bei meinen Zeichnungen geht es immer um Prozesse. Es ist eine Entwicklung erkennbar. Am Anfang sieht man vieles, was miteinander verknüpft ist. Schaut man sich dann den Verlauf der Bilder an, so sieht man eine Weiterentwicklung zur Freiheit“, ergänzt Krämer.

In Aachen gibt es derzeit sieben buddhistische Gemeinden, wobei die Ausstellung bei Weitem nicht nur etwas für Menschen ist, die den Buddhismus praktizieren, wie Heidemarie Ernst und die anderen Verantwortlichen betonen: „In der Ausstellung wird deutlich, dass man sich der Religion durch die Kunst nähern kann. Das alles passiert hier auf einem nicht akademischen Weg, vielmehr kommt man durch die Bilder miteinander ins Gespräch. Und Kommunikation ist das, was wir im Dialog der Kulturen fördern möchten.“

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