Ausstellung „Alt, reich und glücklich?!“: Armut im Alter dargestellt

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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„Alt, reich und glücklich?!“: Das fragen Sebastian Reinhold, Paula Zuiderduin, Lena Scheeren, Beate Blüggel, Stefanie Müller, Roswitha Damen und Doris Ott (v.l.) mit der Ausstellung in der VHS. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Achtung Abrutschgefahr – Altersarmut abschalten.“ Mit diesen und anderen zum Teil provokanten, humorvollen und ernsten Aussagen, machen insgesamt 70 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs für Gestaltung und Technik auf ein Phänomen aufmerksam, das zwar bekannt ist, aber dennoch für junge Menschen so weit weg zu sein scheint. Die Rede ist von Altersarmut.

Das Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen, die VHS Aachen und eben das Berufskolleg zeigen die Ausstellung zum Thema Frauen und Rente „Alt, reich und glücklich?!“ in den Räumen der VHS an der Peterstraße. Entstanden ist die Idee vor gut einem halben Jahr. Interessanter sind nicht nur die Ergebnisse, sondern vor allem die differenzierten Meinungen der Jugendlichen.

„Dass man sich mit Anfang 20 nicht mit seiner eigenen Rente auseinandersetzt, ist normal“, erzählt Lehrerin Doris Ott und ergänzt: „Wir sind zu Beginn in die Materie eingetaucht, haben unzählige Informationen gesammelt und viele Diskussionen geführt.“ Insgesamt drei Klassen erstellten unter dem Motto „Altersarmut - Nein Danke“ Cartoons, Zeichnungen und Kurzfilme an, die ab Dienstag, 17. Januar, zu sehen sind.

Für die Schülerin Paula Zuiderduin war die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht nur neu, sondern auch ziemlich spannend, wie sie erzählt: „Genau wie die meisten auch, habe ich mir über Altersarmut und Rente gar keine Gedanken gemacht, da es so weit weg schien. Innerhalb der Arbeit habe ich gemerkt, dass es ein großes Problem ist, von dem vor allem Frauen stark betroffen sind.“ Ihre Mitschülerin Lena Scheeren ergänzt: „Was ich einfach so traurig finde ist die Tatsache, dass es auch nicht ausreicht, wenn man für sich selbst vorsorgt. Ich finde, dass das Ganze öffentlich von der Politik geregelt werden soll.“

Beide Mädchen haben große Zeichnungen von Sanduhren angefertigt, die skizzenhaft Vergangenheit und Gegenwart eines Arbeitslebens darstellen und die Auswirkungen der Altersarmut zeigen. Die beiden Kurzfilme werden bei der Vernissage und Finissage gezeigt. Was alle Arbeiten vereint, ist der gesellschaftliche Appell, dass Altersarmut präsent ist und bekämpft werden muss. Denn dass Frauen und Männer nach einem langen Arbeitsleben Pfandflaschen sammeln, um ihre bescheidene Rente um ein paar Cent aufzustocken, lässt sich zwar auf dem Papier in einer mahnende Erzählung darstellen, darf aber im realen Leben keinesfalls zur Normalität gehören.

 

 

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