Aussicht auf Nordlichter schafft Euphorie

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
grafikbildtext
300 Hektar im Fokus der Stadtteilerneuerung: Mit Fördermitteln könnten Rehmplatz, Talstraße, Ungarnplatz und der Alte Schlachthof aufgewertet werden. Auch der Ostfriedhof und die Wurmauen am Ende der Talbotstraße geraten ins Blickfeld. Fotos: Michael Jaspers/Grafik: Hans-Gerd Claßen Foto: Michael Jaspers/Grafik: Hans-Gerd Claßen

Aachen. Seit 23 Jahren arbeitet Alois Heinrichs im Aachener Norden. Nie habe der Mann von der Alten Kaplanei an St. Elisabeth dabei diese Euphorie unter den Menschen gespürt. „Es gibt so viele Ideen und Akteure, die sich einbringen wollen”, sagt er und sieht außerordentlich zufrieden aus.

Grund für die Euphorie der Menschen im Aachener Norden ist die Aussicht auf viel, viel Geld. Wie viel, ist noch offen. Aber die Aussichten, dass Aachen-Nord in das Förderprogramm „Soziale Stadt NRW” aufgenommen wird, sind gut. „Wir sind optimistisch”, sagt jedenfalls Fabian Kumpke vom städtischen Fachbereich Stadtentwicklung.

15 Millionen für Aachen-Ost

2010 wird die Förderung für Aachen-Ost nach rund zehn Jahren zu Ende gehen. Rund 15 Millionen Euro sind in diesen zehn Jahren in die Stadtteilerneuerung geflossen. In fast 300 Einzelprojekte wurde investiert. Offensichtlich sind die umgestaltete Hüttenstraße und die Barbarastraße, aber auch der Kennedypark. „Und wir haben dabei ein neues Selbstbewusstsein und Zuversicht geschaffen. Es hat sich gelohnt”, sagt OB Jürgen Linden.

Nun sollen in Aachen-Nord ähnliche Ergebnisse erzielt werden. Das Viertel steckt voller Probleme, da gibt es keinen Zweifel. 15500 Menschen wohnen auf 300 Hektar. Der Ausländeranteil liegt bei 30 Prozent und dabei weit über dem Stadtmittel von 13,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist mit 15 bis 16,5 Prozent auch über dem Durchschnitt von 11 Prozent. Es gibt eine Kindertagesstätte, in der 60 Prozent der Eltern keinen Beitrag zahlen können.

Am Mittwoch wird der Hauptausschuss das „Integrierte Handlungskonzept” als Antrag zur Aufnahme in das Förderprogramm verabschieden, bis zum 30. März muss es bei der Landesregierung sein. Dort wird eine Arbeitsgruppe Mitte Mai über die Förderung entscheiden, so dass schon im Juni die ersten Förderanträge für Projekte gestellt werden könnten.

Fünf Jahre Förderung stehen in Aussicht, über die ersten drei Jahre haben sich Kumkar, Dieter Begaß von der städtischen Wirtschaftsförderung, die Planungsbüros Basta und Stadtbüro sowie aktive Bürger aus dem Norden längst Gedanken gemacht. „Nordlichter” wollen sie setzen, mit diesem Schlagwort haben sie jedenfalls das Konzept überschrieben. Eine Identität wolle man dem Viertel dabei geben, daran mangele es noch. Zunächst einmal „soll Aachen-Nord in ein neues Licht gesetzt werden”. Dazu gehören städtebauliche Maßnahmen wie die Umgestaltung des Rehmplatzes zu „einem Schmuckplatz” (eines der ersten Projekte) oder die Aufwertung der Talstraße - etwa mit Kletterwänden. Aber auch kulturelle Projekte oder ein „Faden der Geschichte” an der industriell geprägten Jülicher Straße sind geplant.

Weitere Schwerpunkte sind „Bildung und Arbeit im Rampenlicht” und „Energie und Raum für Veränderungen”. Ansätze gibt es auch hier viele. Ganz sicher wird wie im Ostviertel ein Stadtteilbüro als Anlaufstelle eingerichtet. „Die Erfahrungen aus dem Ostviertel werden uns helfen”, sagt Linden.

150 Projektvorschläge von Initiativen und Bürgern sind bereits bei der Stadt eingegangen. „Das Viertel hat große Potenziale”, findet Cornelia Schlebusch von der Interessengemeinschaft Aachener Portal. Alois Heinrichs nickt. Er sagt aber auch: „Wichtig ist bei allem aber auch die Nachhaltigkeit.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert