„Außer Kontrolle“ geraten die Gefühle

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Wer mit wem und warum? Die „Bühne 78“ begeisterte mit der Premiere der Komödie „Außer Kontrolle“. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Theater, Theater, der Vorhang geht auf“, ertönte es aus dem Lautsprecher in der „Klangbrücke“ – und die Spannung beim Premierenpublikum der „Bühne 78“ war deutlich spürbar. In den nächsten zwei, drei Minuten wurde jedem klar: Das verspricht hier Amüsement pur.

Ein nervöser, liebeshungriger Staatsminister Richard Willey (Frank Debye) erwartet in seiner eleganten Suite im Londoner Westminster-Hotel ungeduldig seine junge Geliebte zum ersten Rendezvous. Die Zuschauer haben vollstes Verständnis für ihn, als die junge Schöne plötzlich im Negligé im Türrahmen steht. Pikant wird das Ganze zudem, weil diese Liaison auch einen politischen Touch hat, ist Jane Worrington (Christina Grobelny) doch nicht nur verführerisch, sondern auch Sekretärin bei der Opposition im Unterhaus. Alles darf auf keinen Fall an die Öffentlichkeit dringen! Wie aber soll das verhindert werden, wenn plötzlich auch noch im Fenster der Suite ein lebloser Mann liegt?

Schnell wird den Besuchern dieser überaus heiteren Komödie von Ray Cooney der Titel klar: c, denn in der Ministersuite gibt es keinen Moment Ruhe. Nicht nur der geschäftstüchtige Kellner (Karl-Heinz Speicher) und die aparte Hotelmanagerin (Elfriede Schneiders) geben sich hier quasi die Klinke in die Hand. Erfinderisch hofft der Staatsminister in seinem Sekretär George Pigden (Markus Frings als talentierter Debütant) Rettung zu finden. Was er dabei nicht ahnen kann: dass dieser durchaus auch sehr gelehrig in Sachen Liebe ist.

Fest steht, dass es bei dem Zweiakter in der überzeugenden Regie von Ellen Stollenwerk sowohl eine Leiche im Schrank gibt, als auch – zur Gaudi des Publikums – Tote, die „Kalinka“ tanzen; dass eifersüchtige Ehemänner nicht nur in Tränen ausbrechen (Dirk Kaußen) und die ahnungslose Ehefrau des Ministers, Pamela Willey (Ellen Stollenwerk), auf ihre Art Rache übt, ohne dass sie es selbst weiß.

Baker, ein Detektiv (Jasmina Okanovic) und Pflegeschwester Gladys (Sabine Grendel) runden verwirrenden Verwicklungen ab, über die hier geschwiegen sei. Nur so viel: Die Komödie ist sehenswert, amüsant und lehrreich! Das begeisterte Publikum dankte mit anhaltendem Taktklatschen und stürmischer Begeisterung, insbesondere für die beiden Liebhaber.

Weitere Aufführungen in der Klangbrücke: Freitag, 12. Juni, Samstag, 13. Juni, und Sonntag, 14. Juni; Beginn jeweils 19.30 Uhr.

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