Außenring: Maßnahmen für weniger Lkw

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Während die Temperatur im Sitzungssaal die 40-Grad-Marke wahrscheinlich schon überschritten hatte, sprach Ernst-Rudolf Kühn von Eis. Der Christdemokrat hatte für SPD-Mann Heiner Höfken die Leitung in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses übernommen.

„Wir bewegen uns alle auf merkwürdigem Eis, weil der 30. August naht”, sagte Kühn bei Tagesordnungspunkt „Belastung des südlichen Außenrings durch zunehmenden Schwerlastverkehr”. Damit wollte er den politischen Gegner dazu bewegen, sich trotz der nahenden Kommunalwahl inhaltlich mit dem eingebrachten CDU-Beschlussvorschlag auseinanderzusetzen und nicht „alles niederzustimmen.”

Das Thema ist nach wie vor ein brisantes, auch wenn die Umwidmung der L 233 zur Bundesstraße, wie berichtet, vom Tisch ist. Das machte die Bürgerfragestunde deutlich, in der zahlreiche Anwohner von St. Vither Straße und Siegelallee gegen das zunehmende Lkw-Aufkommen vor ihrer Haustüre mobil machten. Überschrittene Grenzwerte in Sachen Lärm und Feinstaub wurden beklagt, daneben forderten sie die weitere Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Außenring.

Beigeordnete Gisela Nacken sagte zwar, dass sie den Wunsch verstehen könne, der Stadt allerdings für seine Umsetzung „keine rechtlichen Möglichkeiten” zur Verfügung stünden. Der Beitrag von Wulf Pabst ging in die selbe Richtung. „Ich glaube nicht, dass die Verwaltung hier viel Handlungsspielraum hat”, sagte der Liberale.

Michael Janßen (CDU) vertrat dennoch die Meinung, „dass man das Thema nicht einfach ad acta legen kann.” Darauf basierte auch der Beschlussvorschlag der CDU, der darauf abzielt, die Voraussetzungen zu ermitteln, um die Eupener Straße zwischen Köpfchen und Kreuzung St. Vither Straße zu einer zahlungspflichtigen Mautersatzstrecke für Lkw zu machen. Des Weiteren beantragte die CDU die Verwaltung zu prüfen, ob es möglich sei, Gebots- und Hinweisschilder an den Autobahnen zu platzieren, die Lkw zur Umfahrung Aachens auffordern. Daneben sollen die Belastungsgrenzen für Luft und Lärm ermittelt werden, die weitere Beschränkungen des Schwerlastverkehrs ermöglichen. Nicht zuletzt wurde beantragt, auf dem Außenring Verkehrszählungen und Geschwindigkeitskontrollen, letztere insbesondere nachts, durchzuführen.

SPD, Grüne, FDP und Linke konnten sich mit den Vorschlägen durchaus anfreunden und so wurden sie einstimmig beschlossen. Björn Jansen mahnte allerdings: „Wir müssen uns alle auch selbst an die Nase packen.” Was der SPD-Mann meinte: Jeder müsse sich öfters auf den Sattel, statt hinters Lenkrad schwingen, sonst ließen sich solche Probleme auf lange Sicht nicht lösen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert