Ausnahmetalente stellen ihr Können unter Beweis

Von: Pedro Obiera
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Das Euro-Kammerorchester unter
Das Euro-Kammerorchester unter Leitung von Thomas Beaujean hatte zum traditionellen Weihnachtskonzert in den Krönungssaal des Rathauses Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine schöne Idee von Thomas Beaujean, seine „Cappella Aquensis” in das traditionelle Weihnachtskonzert des Euro-Kammerorchesters einzubeziehen. Fünf Chöre aus Händels „Messias” sorgten so für zusätzlichen festlichen Glanz.

Auch wenn Beaujean im voll besetzten Krönungssaal weniger Wert auf klangliche Opulenz als auf kammermusikalische Transparenz legte, mangelte es den Beiträgen nicht an vokalem Volumen. Geschmeidig, intonationssicher und klangschön brachte der Chor die munteren Preziosen zu Gehör. Rhythmisch hätte man sich manches zwar noch pointierter vorstellen können, am hohen Niveau dieses dem Anlass angemessenen Schlusspunkts änderte das jedoch nichts.

Wie in den Vorjahren gab Beaujean auch diesmal jungen Ausnahmetalenten ein Forum. Die Aachener Flötistin Hanna Mangold und die Oboistin Viola Wilmsen können trotz ihres zarten Alters bereits auf eine erstaunlich erfolgreiche Biografie zurückblicken.

Viola Wilmsen, zur Zeit Solo-Oboistin an der Deutschen Oper Berlin, begann den solistischen Reigen mit Alessandro Marcellos Konzert in d-Moll und überzeugte vom ersten Einsatz an mit einem überaus modulationsreichen, durch die traditionsreiche französische Schule geadelten Oboen-Ton. Das wunderschöne Adagio, im Grunde eine einzige weiträumige Kantilene, blies sie mit innigem Ausdruck völlig ansatz- und bruchlos, als verfügte sie über grenzenlose Luftvorräte.

Ihren großen Auftritt hatte die Flötistin Hanna Mangold im Finale von Carl Philipp Emanuel Bachs Konzert in d-Moll, dem originellsten Satz des Werks. Vorwärtsdrängende Musik, die den „Sturm und Drang” zum Klingen bringt und den die Musikerin mit rundem Ton, praller Vitalität und makelloser Virtuosität gestaltete.

Beide Damen eröffneten den zweiten Teil des Programms mit dem „Concerto da camera” für Flöte, Englischhorn und Streicher des Schweizer Komponisten Arthur Honegger. Ein atmosphärisch duftiges Werk in bester französischer Tradition, das die bukolish-pastoralen Eigenschaften der Ins-trumente reizvoll nutzt. Ein aparter, stimmungsvoller Dialog mit weiten Melodiebögen und im Finale einer Menge Spielwitz, den die Solistinnen nicht nur spieltechnisch überragend formten, sondern auch mit spürbarer Spielfreude erfüllten.

Das gastgebende Euro-Kammerorchester musste seine Qualitäten an diesem Abend vornehmlich mit Begleitaufgaben unter Beweis stellen. Das gelang ohne Fehl und Tadel. Zumal die Streicher bereits mit einer feingliedrigen Interpretation von Mozarts Divertimento in F-Dur KV 138 zum Auftakt des vorzüglichen Abends ihren guten Ruf bestätigten. Es gab viel Beifall für eine kultivierte Antwort auf das Treiben auf dem Weihnachtsmarkt.
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