Aachen - Ausgrabungsstätte Elisengarten: Präsentation der Ergebnisse

Ausgrabungsstätte Elisengarten: Präsentation der Ergebnisse

Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eigentlich hat man dort gar nicht so viel sehen können: mehrere tiefe Löcher, ein paar Fundamente, Menschen, die emsig mit Schaufeln beschäftigt waren.

Trotzdem haben täglich - von August 2008 bis Februar 2009 - unzählige Bürgerinnen und Bürger das Ausgrabungszelt am Elisengarten besucht. Erst die wöchentlichen Führungen, veranstaltet durch Stadtarchäologe Andreas Schaub, haben aus den Scherben und Mauerresten, die dort gefunden wurden, die Geschichte wieder lebendig und spannend werden lassen. Über 5200 Bürger nahmen an den Vorträgen teil, ganze Schulklassen, Vereine, Betriebe und viele Einzelpersonen.

Unerwartet groß war das Interesse der Aachener an ihrer Geschichte. Und ist es immer noch. Daher wird am Montag, 15. Juni, das Ergebnis der Ausgrabungsstätte in einem Vortrag mit Stadtarchäologe Andreas Schaub und Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Veranstaltung ist kostenlos, allerdings wird eine Eintrittskarte benötigt, die im Rathaus abgeholt werden kann (Montag bis Freitag 10 bis 17, Samstag, Sonntag und an Fronleichnam 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr. Abgegeben werden nur zwei Karten pro Person). Zeitgleich geht eine neue Internetseite in Betrieb, die sich ausschließlich mit der Archäologie beschäftigen wird (http://www.zeitreise.ac). Sie wird am Montag, 15. Juni, freigeschaltet.

Die Archäologen haben versucht, in dem halben Jahr, in dem das Ausgrabungszelt am Elisengarten stand, Licht in Bereiche der Aachener Geschichte zu bringen, die bislang unerforscht geblieben sind. Sie waren dabei sehr erfolgreich: Zahlreiche Erkenntnisse konnten die Wissenschaftler gewinnen. Zum Beispiel, dass Aachen in römischer Zeit nicht nur eine Badestätte war, sondern bereits eine Stadt von veritabler Größe gewesen sein muss - vermutlich das einzige Heilbad in der gesamten Provinz Niedergermanien.

Oder dass die Stadt auch in merowingischer Zeit, zwischen 400 und 700 nach Christi, durchgängig bewohnt war. Und dass sich offenbar schon die Menschen der Jungsteinzeit den Elisengarten als Siedlungsgebiet ausgeguckt hatten. Ihre am Lousberg hergestellten Steinbeile wurden noch in einem Umkreis von 200 Kilometern gefunden.

Außergewöhnlich war die Ausgrabungsstätte einmal durch ihre Größe - rund 1000 Quadratmeter - , darüber hinaus aber auch durch die zentrale Lage mitten in der Innenstadt einer historisch bedeutsamen Stadt. Hinzu kommt, dass die Fläche über Jahrhunderte hinweg unbebaut blieb - für Altertumsforscher also ein ideales Betätigungsfeld.

Normalerweise forschen Archäologen gern im Verborgenen - in Aachen war das Ausgrabungszelt während der gesamten Arbeitszeit durchgängig der Öffentlichkeit zugänglich. Auch das war eine Besonderheit. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich finanziell daran beteiligt. Die Ausgrabungsstätte war eine Station der Route Charlemagne, ein Projekt im Rahmen der EuRegionalen 2008.

Neben den ganzen bedeutsamen Erkenntnissen zur Historie der Kaiserstadt, die offenbar schon in römischer Zeit eine überregional bedeutende Rolle spielte, haben die Forscher auch den Namen des ältesten Aachener Bürgers herausgefunden: Er hieß Cassius. Der Name des Ur-Öchers war auf einem Teller eingraviert, er war vermutlich ein Soldat in römischen Diensten.

Die Veranstaltung findet am Montag, 15. Juni um 19.30 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses, Kurhausstraße 1, Aachen, statt. Der Eintritt ist kostenlos, aber nur gegen Eintrittskarte möglich. Diese können ab sofort im Rathaus abgeholt werden (maximal zwei Stück pro Person). Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 17, Samstag, Sonntag und an Fronleichnam 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert