Aus Urlaubsreise wurde ein soziales Projekt

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Aachen. Damit hätten Aggi und Friedhelm Wilmsmann aus Eilendorf nie gerechnet, dass sie als kinderloses Ehepaar durch eine Urlaubsreise nach Afrika gleich auch Eltern eines Sohnes und einer Schwiegertochter sowie damit noch peu-á-peu Großeltern von drei Enkelkindern würden. So geschehen aber seit 2003, als sie Kenia besuchten.

Am Straßenrand hatten sie einen 25-jährigen Afrikaner, der dort bettelte, bemerkt. „Ihm muss geholfen werden, waren meine ersten Gedanken, denn der junge Mann sah vertrauenswürdig aus“, erzählt Friedhelm Wilmsmann.

So ließen sie ihn einen Führerschein machen, finanzierten ihm einige Deutschkurse am Goethe-Institut in Ukunda, um ihn zum Safari-Guide ausbilden zu lassen. Allerdings ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Das Ehepaar kapitulierte nicht und beschloss, einen Verein „Hilfe für Afrika“ zu gründen, durch den sich zugleich die Lebenssituation für alle Bewohner im Heimatort des jungen Mannes verbessern sollte.

Das Dorf Mlungunipa, bestehend nur aus Lehmhütten, liegt etwa 60 Kilometer südlich von Mombasa entfernt mitten im Urwald. Es gab bis dahin weder ärztliche Versorgung noch einen Kindergarten oder eine Schule und auch kein sauberes Trinkwasser.

2005 wurde dann der Verein Afriwi Kenia in das Vereinsregister des Amtsgerichts Aachen eingetragen und ist als gemeinnützig anerkannt. Dieser Verein, dem sich ein Freundeskreis des Ehepaares angeschlossen hat, begeht 2015 sein zehnjähriges Jubiläum, und der Erfolg seines Engagements kann sich sehen lassen. Die Veränderungen in Mlungunipa sind bewundernswert. „Dank finanzieller Zuwendungen, seien es die Mitgliedsbeiträge, Patenschaften oder Spenden, ist es uns im Laufe der Jahre gelungen, dass es dort heute ein Schule mit acht Klassen für rund 300 Kinder gibt“, berichten die Eheleute Wilmsmann.

Krankenstation eröffnet

Damit nicht genug. 2008 war ein Brunnen mit sauberem Trinkwasser errichtet worden. Im November 2009 wurde ein Kindergarten eröffnet, den inzwischen 200 Kinder besuchen. Ende 2014 konnte nach dreijähriger Bauzeit eine Krankenstation eröffnet werden, die jetzt im Jubiläumsjahr feierlich eingeweiht wurde. Alle Gebäude wurden mit Steinmauerwerk errichtet und verfügen über sanitäre Einrichtungen. „Schulbänke, Fenster, Türen und Schuluniformen stellen die Dorfbewohner seit 2007 selbst her“, so Wilmsmann.

Damit seien Arbeitsplätze geschaffen und bis zu 70 Prozent der Investitionen gespart worden. Ein Happy End gab es auch für Aggi und Friedhelm Wilmsmann sowie den jungen Afrikaner, den sie 2003 bettelnd kennengelernt hatten. Über 50 Mal waren sie seitdem in Kenia. Helfer sind stets willkommen. Kontaktadresse: 0241/552994; E-Mail: afriwi@aol.com; www.afriwi-kenia.de.

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