Aus Städtepartnerschaft wurde die Liebe fürs Leben

Von: Nina Krüsmann
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Für Tatiana Podvetelnikova und Peter Küppers (3. und 4. von rechts) wurde aus Freundschaft Liebe: Die Vertreter des Vorstands im Partnerschaftskomitee Aachen-Kostroma gehörten zu den ersten, die dem frisch vermählten Paar jetzt gratulierten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen/Kostroma. Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst – in diesem Fall die Städtepartnerschaft zwischen Aachen und dem russischen Kostroma. Die frühere Leiterin der Bibliothek von Kostroma, Tatiana Podvetelnikova, zog die Liebe nun ins Dreiländereck.

Sie und Peter Küppers, als Schatzmeister im Vorstandsteam von Aachen-Kostroma engagiert, gaben sich jetzt das Ja-Wort in Aachen.

„Und es ist sogar schon die zweite Ehe, die unsere Städtepartnerschaft gestiftet hat“, freut sich die Vorsitzende Annelore Einmahl, die gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Rolf Harth auch Trauzeugin des Paares ist.

Kennengelernt haben sich die frisch Vermählten vor fünf Jahren, als Tatiana Podvetelnikova das erste Mal mit einer Reisegruppe Aachen besuchte. Seitdem war sie regelmäßig zu Gast im Westzipfel Deutschlands. „So richtig intensiviert hat sich unser Verhältnis dann durch die gemeinsame Arbeit an der Ausstellung zum zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft in Kostroma“, erzählt Küppers, der im Verein als Schatzmeister mithilft.

So bummelte er mit seiner Frau gerne über das Reitturnier, gemeinsam mit der jungen russischen Studentin Anastasia Skvortsova aus Kostroma, die für längere Zeit bei Küppers wohnt, um in Aachen die deutsche Sprache zu lernen. Nach der Hochzeit freut sich das Paar auf eine längere gemeinsame Reise nach Kostroma.

Tatiana Podvetelnikova ist in der Zwischenzeit neues kooptiertes Vorstandsmitglied im Partnerschaftsverein, will die insgesamt sieben Vorstandsmitglieder unterstützen, die deutsch-russischen Beziehungen zu intensivieren und neue Kontakte zu knüpfen. Natürlich ist sie auch als Dolmetscherin eine große Hilfe, wenn Besuch aus Russland in Aachen weilt. Elf Gäste, darunter einige Studenten, eine Juristin und ein Architekt, besuchten jetzt erstmals Aachen. Bei einem Empfang im Weißen Saal wurden sie von Oberbürgermeister Marcel Philipp offiziell begrüßt.

„Im wechselnden Rhythmus besuchen wir Kostroma und unsere russischen Freunde in Aachen. Auf diesen Reisen sind in den vergangenen Jahren viele herzliche, persönliche Freundschaften entstanden“, betont Annelore Einmahl. Der Austausch sei umso wertvoller, da die Reisenden lange und auch kostspielige Wege auf sich nähmen, um einander zu treffen. Kostroma verfügt über keinen eigenen Flughafen, weshalb die Gäste zunächst sechs Stunden mit dem Bus nach Moskau gebracht werden. Von dort fliegen sie nach Deutschland, was alles in allem eine Reise von rund 20 Stunden ausmacht. „Das deutsche Konsulat verlangt ein Visum mit Fingerabdrücken, das wird alles immer aufwendiger“, betont Einmahl. Die meisten Russen wohnen in Gastfamilien. „Sie haben die Koffer voller Gastgeschenke – aber auf der Heimfahrt reicht der Platz im Koffer aufgrund der vielen Gegengeschenke oftmals nicht aus“, weiß Einmahl.

Neben Dom und Rathaus besuchten die Gäste auch den Dreiländerpunkt, das Uniklinikum und den RWTH-Campus. Bei schönem Wetter standen auch Ausflüge nach Bonn und Köln sowie in die Eifel auf dem Besichtigungsprogramm. Und natürlich besuchte man gemeinsam das weltbekannte Aachener Reitturnier. „In Kostroma ist Boxen Nationalsport. In diesem Bereich gab es früher auch einen regen Austausch zwischen beiden Städten. Aktuell würden wir gern den Schüleraustausch neu beleben, der früher am Kaiser-Karls-Gymnasium intensiv gefördert wurde“, erzählt Einmahl, die selbst Russisch studiert hat und sich dabei immer wieder im Land aufgehalten hat. Heute bringt sie anderen die Sprache näher. „Auch Musiker, Volkstänzer und sogar das Sinfonieorchester von Kostroma sind schon bei uns im Weißen Saal aufgetreten“, beschreibt Einmahl eine weitere Facette der Kontakte.

„Beide Städte haben eine ähnliche Größe und beide historische Relevanz – Aachen durch den ersten europäischen Kaiser Karl und Kostroma durch den ersten russischen Zaren Michail aus dem Stammhaus der Romanows“, betont Rolf Harth wichtige Gemeinsamkeiten. Zwar habe Kostroma die Wolga und Aachen nur Bäche. Nicht zuletzt war aber die Tuchindustrie in der Aachener Region bedeutend, und in Kostroma spielt die Textilindustrie, insbesondere Leinenproduktion, noch heute eine große Rolle.

Bei allen Vereinsmitgliedern ist die Vorfreude groß auf das Städtepartnerschaftsfest am 4. September von 11 bis 20 Uhr im Aachener Rathaus. Und besonders viel zu erzählen haben dann sicher Tatiana Podvetelnikova und Peter Küppers.

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