Aus reichlich Fantasie wird schönste Realität

Von: Jessica Jumpertz
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Fitnesstraining mit Vision: FH-Absolventin Laura Reinartz (links) präsentiert ihr „Dashcord“ als Abschlussarbeit bei der „Diploma“ in der ehemaligen Flugzeughalle am Boxgraben. Foto: Andreas Schmitter
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Elegante Sitz- und Vitrinenkultur: Lina Fischer ... Foto: Andreas Schmitter
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... und Aylene Ruschke beweisen viel Kreativität mit ihren außergewöhnlichen Abschlussarbeiten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Platzsparende Möbel, die variabel zusammengestellt werden können, vertikale Balkongärten, verschiedene Corporate Designs und Kampagnen – die jüngsten „Finalisten“ des Fachbereichs Gestaltung an der FH Aachen zeigen wieder eine Vielfalt an neuen Ideen.

26 Absolventen des Bachelorstudiengangs Kommunikationsdesign, 22 Absolventen des Bachelorstudiengangs Produktdesign sowie zwei Masterabsolventen Kommunikations- und Produktdesign präsentieren ihre Abschlussarbeiten am Samstag bei der „Diploma Sommer 2017“ in der Fachhochschule am Boxgraben 100.

Andersen mal ganz anders

Auf einem Tisch liegt ein illustriertes Kinderbuch. Wenn man ein Tablet darüber bewegt und die Bilder einscannt, bewegen sich die Illustrationen auf einmal auf einem Computerbildschirm. So fliegt eine gemalte Eule über den Bildschirm, oder das Eis auf der Fensterscheibe schmilzt. Kristina Mostovaia hat Hans Christian Andersens „Die Schneekönigin“ illustriert und ein crossmediales Projekt daraus gemacht. Die Idee war, ein Produkt zu schaffen, das für die ganze Familie gedacht ist und Kinder zum Lesen anregt.

Das Ergebnis ist eine Kombination aus „Augmented Reality“ – also einer computergestützten Erweiterung der Wahrnehmung, und einer bekannten Kindergeschichte. „Ich habe versucht, das gedruckte Bild mit Animation zu verbinden“, erzählt die Absolventin in Kommunikationsdesign. Der Text kann auch auf dem Tablet gelesen werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, der Geschichte per Hörbuch zu lauschen. „Ich habe das mit mehreren Kindern getestet, und die waren begeistert. Aber es ist auch etwas für die ganze Familie“, sagt sie. Die Illustration soll nur als Anstoß für die eigene Fantasie dienen. „Mir war auch ganz wichtig, dass da trotzdem noch Freiraum für die Fantasie ist“, meint die Künstlerin.

Viel Bezug zum Alltag

Der Kreativität waren also praktisch keine Grenzen gesetzt – die Abschlussarbeiten sollten jedoch einen hohen Praxisbezug haben und sowohl aktuell als auch relevant sein. So haben viele der Werke einen Alltagsbezug und beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Themen. Vanessa Lang setzte sich zum Beispiel mit dem „Stressfaktor Arbeitswelt“ auseinander. Herausgekommen ist dabei ein Buch, das mit Texten und Infografiken die Aufmerksamkeit für das Thema stärken will und vielfältig einsetzbar ist. „Mein Ziel war es, in den Köpfen der Menschen ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen“, erzählt sie, ebenfalls Absolventin in Kommunikationsdesign. Denn zu viel Stress am Arbeitsplatz kann gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen haben.

Die Informationen in dem Buch beruhen auf Studien von unabhängigen Instituten, Krankenkassen und Bundesministerien. „Ich hoffe, dass es ein Anstoß für Unternehmen ist, dass sie handeln, aktiv werden und sich für Gesundheit einsetzen“, sagt Vanessa Lang. „Es ist ganz wichtig, dass die Gesundheit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gestärkt wird, damit das Unternehmen seine Wirtschaftlichkeit erhält.“

Auch Linda Blicker beschäftigte sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Arbeitsumfeld. Die Produktdesignabsolventin entwickelte ein Sofa mit integriertem Tisch, das einen alternativen Arbeitsplatz bieten soll. Der Tisch befindet sich auf einer Armlehne, ist groß genug für einen Laptop, kann gekippt und auf Stehhöhe hochgefahren werden. Unter der Armlehne befinden sich verschiedene Anschlüsse. Die Rückenlehne des Sofas ist verstellbar, und das Möbelstück ist für verschiedene Ansprüche wandelbar. „Der Anfangsgedanke war, etwas Neues einzubauen. Ich wollte viele Haltungsänderungen einbauen, nicht nur eine Arbeitshaltung“, erklärt Linda Blicker. „Das Sofa ist für den Körper wirklich optimal. Man kann den Körper entspannt liegen lassen, und das fokusfördernde Arbeiten wird dadurch verstärkt.“ Für das Konzept gibt es bereits Pläne zur Realisierung.

Von 11 bis 17 Uhr geöffnet

Viele weitere spannende Beiträge gibt es heute in der ehemaligen Flugzeughalle zu bewundern; darunter zum Beispiel ein wunderbares Sitzmöbel von Lina Fischer, ein ganz spezielles Fitnessgerät von Laura Reinartz oder eine raffinierte Vitrine mit dem Namen „Floating Boxes“ von Aylene Ruschke. Interessierte können sich die Ausstellung der Abschlussarbeiten des Fachbereichs Gestaltung von 11 bis 18 Uhr im Fachbereich Gestaltung der FH Aachen, Boxgraben 100, ansehen.

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