Aus Frankreich nach Walheim zum Erntedank

Von: Birgit Broecheler
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800 Teilnehmer beim Erntedankf
800 Teilnehmer beim Erntedankfest in Walheim: Zu den vielen Attraktionen aus vergangenen Zeiten gehörten auch die Kaltblüter mit Agrarmaschinen von früher. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Kürbisse, Äpfel und Möhren auf liebevoll dekorierten Wagen, Trachtengruppen, Kaltblütergespanne und Falkner: Am Sonntag zeigte Walheim die schönste Seite seines traditionellen Erntedankfestes.

Rechtzeitig sandte auch der Wettergott den mehr als 90 Gruppen, die zu Fuß, auf Pferden oder mit Wagen und Traktoren von der Sankt-Anna-Kirche über die Montebourg-Straße bis zum Festplatz in der Prämienstraße zogen, ein paar Sonnenstrahlen. Tausende Zuschauer, die zum Teil seit 10 Uhr am Straßenrand ausharrten, begrüßten die rund 800 Teilnehmer, die in ihren Trachten ein wenig nostalgisches Flair versprühten.

Alte Traktoren, Kartoffelroder und Holzschneider aus den 1920er bis 70er Jahren versetzten Jung und Alt in eine andere Zeit. Manches Utensil wurde sogar an die Zuschauer verteilt. Hermann Mündel und Eberhard Spindler, die durch das Programm führten, begrüßten nicht nur alte Hasen, die schon seit der Wiedergründung des Zugs vor 21 Jahren mit von der Partie sind, sondern auch Neuzugänge wie etwa eine Trachtengruppe aus Walheims Partnerstadt Montebourg. Die Franzosen hatten die 675 Kilometer gerne zurückgelegt, um an dem immer beliebteren Erntedankzug teilzunehmen. Köln, das niederrheinische Issum, Belgien und Niederlande waren weitere Orte, aus denen Trecker, Wagen, Pferde und Sennenhunde kamen.

Lieder zum Akkordeon

Weniger weit hatte es Urgestein Hubert Vandeberg aus Hahn, der mit seinen 83 Jahren noch ein Ständchen auf dem Akkordeon brachte. Nicht fehlen durften die örtlichen Kindergärten und Spielmannszüge, die mit Musik das Publikum zum Schunkeln brachten. Zum ersten Mal mit dabei war auch der Klub „Freunde alter Technik” aus Kerpen-Buir. Auf dem Festplatz zeigten Thomas Lehmann und Edi Cremer, wie ihre Sägemaschine aus dem Jahr 1938 Baumstämme in Bretter und Balken zerlegt. Ein Highlight für Groß und Klein. „Man sieht daran, wie schwierig es früher war, ein Brett herzustellen”, erklärte Moderator Mündel. Beeindruckt waren die Zuschauer von den Kaltblütern, die sie beim Holzrücken bestaunen konnten.

Für die Kinder war der Mini-Bauernhof, den die Organisatoren erstmalig eingerichtet hatten, die große Attraktion. Kälbchen, Ziegen, Hühner, Hasen und Enten durften dort bewundert und sogar gestreichelt werden. Für Pony Rocky und die Ziegen Julinde und Zicki aus dem belgischen Gostert kein Problem. Mit stoischer Gelassenheit betrachteten sie das muntere Treiben.

Für Hermann Mündel ist der Erntedankzug auch ein Moment, um über die Agrarindustrie nachzudenken. „Und die bietet uns nicht immer das Beste.” Umso erfreuter ist er, dass das Walheimer Erntedankfest immer beliebter wird und zeigt, was eigentlich auf den Tisch gehört.
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