Aus der Vorschule fit in die erste Klasse

Von: Kristina Toussaint
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Psychodrama-Gruppe für Vorschulkinder: Deniz Arslan-Kalkan (Kita Mittendrin), Dagmar Mingers, Andrea Weyer (beide Kinderschutzbund) und Heidi Schaul (Caritas) stellen das Projekt vor. Foto: Andreas Steindl

Aachen. In Zusammenarbeit mit Caritas und AWO macht der Kinderschutzbund Aachen Vorschulkinder fit für die Grundschule. Spielerisch werden die angehenden Erstklässler für die sozial-emotionalen Herausforderungen des Schulalltags gewappnet.

Die Tendenz zur frühen Einschulung lässt Vorschulkindern immer weniger Zeit, im freien Spiel unterschiedliche Rollen auszuprobieren und einzuüben, so Dagmar Mingers vom Kinderschutzbund. Jüngere Kinder haben nicht die Möglichkeit, sich Verhaltensweisen für das Miteinander von Älteren abzuschauen. Unter dem schulischen Leistungsdruck fällt es vielen i-Dötzchen ab der ersten Klasse dann umso schwerer, sich im Klassenverband einzufügen.

Deniz Arslan-Kalkan von der AWO-Kindertagesstätte „Mittendrin“ weiß, dass Eltern sich heutzutage weniger darum Gedanken machen, ob ihre Sprösslinge den sprachlichen oder mathematischen Anforderungen der Schule gewachsen sind. Vielmehr sind es die Sozialkompetenzen und die emotionale Vorbereitung auf den Übergang von der Kita zur Grundschule, die vielen Sorgen bereitet.

Unter der therapeutischen Begleitung von Dagmar Mingers und Kollegin Heidi Schaul können Vorschulkinder daher in kindlichen Rollenspielen lernen, Verantwortung zu übernehmen und in verschiedene gesellschaftliche Rollen zu schlüpfen. Die Kinder müssen sich einigen, was eigentlich gespielt werden soll und wer welche Rolle übernehmen darf und werden dadurch zu kooperativen Spielpartnern. Voneinander lernen die Kinder, auch ungewohnte Rollen einzunehmen, beobachtet Schaul. Schüchterne Kinder spielen plötzlich den mutigen Piloten, und extrovertierte Teilnehmer merken, dass sie sich auch in einer stilleren Rolle wohlfühlen können.

Die begleiteten Rollenspiele geben den Vorschülern das Gefühl, etwas bewirken zu können, so Schaul. Mit einem guten, erfolgreichen Gefühl gehen sie aus den Gruppentreffen hinaus. Nebenbei haben die Kinder die Möglichkeit, Freunde zu finden, mit denen sie dann gemeinsam ins Schulleben starten können.

Die Nachfrage nach dem Kooperationsprojekt von Kinderschutzbund, Caritas und AWO ist sehr groß. Da die Plätze aber begrenzt sind, wird auf Basis von Beobachtungen innerhalb der Kita und Gesprächen mit Eltern oder Logopäden besonders Kindern in belastenden Lebenslagen die Teilnahme ermöglicht.

Über ein halbes Jahr treffen sich die Kinder der Psychodrama-Gruppe wöchentlich außerhalb der Kita. „Dadurch lernen sie auch, Eigenverantwortung zu übernehmen“, so Arslan-Kalkan. „Die Gruppentreffen haben einen positiven Einfluss auf das Kita-Verhalten der Kinder und auf das Zusammenleben in der Familie“. Von Eltern und Grundschulen erhalten die Pädagoginnen durchweg positive Reaktionen.

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