August-Pieper-Haus: Nach Sanierung mit Loungebereich

Von: Caroline Kruff
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Aachen. Nach 60 Jahren war eine grundlegende Renovierung bitter nötig – nicht nur unter ästhetischen, sondern auch unter technischen und energetischen Gesichtspunkten. Nun erstrahlt das August-Pieper-Haus an der Leonhardstraße 18-20 in neuem Glanz.

 Zuhause ist dort die Bischöfliche Akademie des Bistums. Gut ein halbes Jahr hat die Renovierung der Haupträume in Anspruch genommen. Keine leichte Zeit für die Mitarbeiter und Gäste des Hauses, da der Tagesbetrieb trotz Lärms und Baudrecks weiterging.

Das Resultat entschädigt jedoch für die Strapazen der letzten Monate. „Wir haben lange auf diesen Tag gewartet. Nun können wir den Besuchern des Hauses endlich einen gemütlichen Treffpunkt zur Verfügung stellen“, freut sich Akademiedirektor Dr. Karl Allgaier. Rund 14 000 Menschen betreten laut Verwaltungsleiter Franz-Josef Hammelstein pro Jahr das Haus.

Eine der Schlüsselfiguren bei der Renovierung des August-Pieper-Hauses war der Architekt Matthias Nüthen, der bereits den Ausbau der Domsingschule verantwortete. Für ihn war es vor allem wichtig, den Charakter des Gebäudes zu bewahren. „Dazu gehörte auch, dass einige Dinge möglichst originalgetreu wie in den 1930er-Jahren, als das Haus erbaut wurde, wieder hergestellt wurden“, erklärt Nüthen. So wurde in manchen Trakten der ursprüngliche Boden aus Solnhofener Muschelkalkstein, der seinerzeit kurzerhand mit Teppich überklebt wurde, wieder freigelegt.

Neben einem freundlichen Speiseraum ist auch das Café „Kreuzgang“ entstanden, das mit extravagantem Design in oranger und violetter Farbgebung zu einer Tasse Kaffee oder zum Schmökern in den gemütlichen Sesseln einlädt. Das eine oder andere wurde bei der Neukonzeption jedoch auf den Kopf gestellt. Denn wer im August-Pieper-Haus an die Himmelspforte klopft, muss seinen Weg nicht nach oben, sondern in das Kellergewölbe antreten. Dort befindet sich der neue Clubraum „Himmelreich“ mit schickem Loungebereich und einer Theke.

„Hier dreht sich jedoch keine Discokugel an der Decke. Das ‚Himmelreich’ dient als abendlicher Diskussionsraum, wo man in Ruhe über die Dinge des Lebens nachdenken kann“, stellt Dr. Allgaier klar. Wie von selbst fügen sich dort die künstlerisch gestalteten Bleiglasfenster von Professor Ludwig Schaffrath in das moderne Ambiente. Zuvor beheimatete der neue Clubraum rund 10.000 Bücher, die allesamt verpackt werden mussten und nun größtenteils im Haus Eich in der Diözesanbibliothek untergebracht wurden. Das Schmuckstück des Hauses ist jedoch der Innenhof. Dort wo die Priester des Priesterseminars früher ihre Leibesübungen ausführten, befindet sich heute eine grüne Stadtoase zum Entspannen. Das Quadrum ist nun auch vom Hausinneren zu sehen, da die Milchglasfenster durch normale Doppelglasfenster ersetzt wurden. Im unteren Bereich wird in den nächsten Wochen noch ein Wintergarten an den Clubraum anschließen.

Trotz aller Anstrengungen kam der Humor bei den Bauarbeiten nicht zu kurz. So verfügt das August-Pieper-Haus ab jetzt über eine Geheimtür, die schon manchenbei der Suche zur Verzweiflung getrieben haben soll. Wer sich selbst ein Bild der neuen Räume machen möchte: Das August-Pieper-Haus ist eine Station der „Nacht der offenen Kirchen“ am 11. Oktober.

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