Augen schließen am Rehmplatz

Von: Lars Odenkirchen
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Start zur Entdeckungsreise: Vom Kaiserplatz aus zogen drei Gruppen mit Architekten der Aachener Abteilung des Bundes Deutscher Architekten zu Spaziergängen rund um die Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Auch wenn die Realität am Rehmplatz auf manch einen noch ein wenig trist wirken mag: Langfristig haben der Platz und das ganze Quartier echte Chancen, sich zu einem kleinen Schmuckstück zu mausern, das meint zumindest der FH-Professor Frank Hausmann.

„Schließen Sie mal die Augen”, meinte der Architekturprofessor zu den vielen interessierten Zuhörern am Rehmplatz, „und stellen Sie sich vor wie es hier aussehen könnte: Zwei oder drei Cafés, dazu die schönen Altbauten aus der Gründerzeit - das hat Potenzial.”

Zu insgesamt drei Spaziergängen durch das Quartier rund um Heinrichsallee, Rehmviertel und Kaiserplatz hatte die Aachener Abteilung des Bundes Deutscher Architekten eingeladen, dabei ging es um die Themenbereiche „Kultur, Soziales, Religion”, „Schätze, Nischen, Brachen” und „Kunst, Kommerz, Kulinarik”.

Um letzteres kümmerte sich Hausmann mit dem Architekten Markus Sporer und führte die interessierten Bürger, die trotz strömenden Regens gekommen waren, durch das Quartier. Geredet wurde dabei etwa über die umstrittene Kaiserplatzgalerie: „Dies könnte ein wichtiger Impuls werden”, urteilten die Architekten, wagten aber auch kritische Worte: „Es gibt kritische Meinungen, etwa die Angst vor einem Bypass, der an der kleinen Adalbertstraße vorbeiführt oder die Gewalt, mit der hier städtebaulich abgerissen und vorgegangen wird.”

Weiter führte der Weg in die Galerie „Freitag 18.30”. In dem Haus an der Steinkaulstraße, in dem Ludwig Mies-van-der-Rohe seine erste Werkstatt hatte, bietet heute Galerist Robert Mertens vor allem vielen Aachener Künstlern die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren - ein Konzept, das gut funktioniert.

Welchen Charme das Quartier hat, zeigte auch die letzte Station des Rundgangs: Das Restaurant „Justus K.” mitten in Szenebars und Punkkneipen angesiedelt. „Für uns ist die Gegend genau das Richtige”, kommentierte Koch und Besitzer Justus Kleineidam, „hier kommt alles zusammen: ohne Aachen mit Hamburg vergleichen zu wollen, aber das ist ein bisschen wie ein Aachener Kiez.”

Impulse wie die Kaiserplatzgalerie, „Freitag 18.30” oder „Justus K.” brächten dem Viertel einen wertvollen Austausch, fasste Hausmann zusammen: „Hier kommen Menschen zusammen, die sich so vielleicht nicht treffen würden.” Eine positive Entwicklung ist so nicht zwar nicht vorprogrammiert, aber durchaus möglich.
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