Aachen - „Augen auf und Tasche zu“: Polizei gibt Tipps zur Diebesabwehr

„Augen auf und Tasche zu“: Polizei gibt Tipps zur Diebesabwehr

Von: Stephan Mohne
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Kampf gegen Taschendiebstahl: Während die Fallzahlen in Aachen deutlich angestiegen sind, hat die Polizei eine Aktionswoche in Sachen Prävention gestartet. Unter anderem kurvt das „Bannermobil“ durch die Stadt, das von Kriminalrätin Svende Friedrich, Hauptkommissar Michael Houba (rechts) und Oberkommissar Björn Voigt präsentiert wird. Zudem gibt es Infostände und eine Hotline. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Zahlen sind durchaus alarmierend: Im Jahr 2015 haben Taschendiebe genau 1287 Mal in der Städteregion zugelangt. Das ist zumindest die Zahl der Fälle, die der Polizei bekannt sind. 1055 davon, und damit rund 80 Prozent, wurden in der Stadt Aachen registriert. Das sind rund 200 mehr als noch 2014. Bereits das ist ein rasanter Anstieg.

Doch damit nicht genug: In der ersten Jahreshälfte schoss die Fallzahl nochmals um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach oben. Insbesondere im April gab es laut Kriminalhauptkommissar Michael Houba, Leiter des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz, eine regelrechte Explosion der Zahlen bei Taschendiebstählen. Mittlerweile habe sich die Lage zum Glück wieder einigermaßen normalisiert.

Aachen ist allerdings nicht die einzige Stadt, in der die Langfinger ihr Unwesen treiben. Was für die Polizei in Nordrhein-Westfalen Anlass genug ist, erneut eine Aktionswoche unter dem Titel „Augen auf und Tasche zu – Langfinger sind immer unterwegs“ zu starten. Diese läuft derzeit. Die Polizei ist mit Infoständen an verschiedenen Stellen in der Innenstadt präsent. Zudem fährt ein „Bannerbulli“ durch die Städteregion und macht auf die Aktion aufmerksam. Dort können Bürger ebenfalls Beamte ansprechen und sich Tipps zu diesem Thema geben lassen.

Die Ziele der Aktionen stellten gestern Kriminalrätin Svende Friedrich als Leiterin der unter anderem für dieses Deliktfeld zuständigen Aachener Kriminalinspektion IV, Michael Houba als Kommissariatschef und sein Mitarbeiter Kriminaloberkommissar Björn Voigt vor. So gehe es natürlich darum, die Bürger so zu sensibilisieren, dass sie mehr Eigenschutz betreiben – den Tätern also die Arbeit erschweren. Die treten nämlich oft nicht alleine auf, sondern in Gruppen von zwei, drei Langfingern. Da hilft es schon weiter, wenn man eben – siehe Titel der Aktion – die Taschen schließt. Sonst sind das Portemonnaie und andere Wertgegenstände wie Handys ruckzuck weg.

Ein weiteres Ziel geht jedoch dahin, die Betroffenen oder auch Zeugen zur Mitarbeit zu bewegen. Die Polizei sei dringend angewiesen auf Hinweise bezüglich der Täter. Dahinter steckt selbstredend die Hoffnung der Ermittler, mehr Taschendiebe dingfest zu machen. Bislang sieht es da eher mau aus. Die Aufklärungsquote in Aachen liegt nicht einmal bei fünf Prozent. Was aber auch darin begründet ist, dass die Täter oft – wie bei Wohnungseinbrüchen – reisenden Banden angehören. Sie kommen, schlagen mit mehreren Personen zu und sind schon wieder weg. Michael Houba vermutet, dass das auch der Fall gewesen ist, als es im April in Sachen Taschendiebstahl in Aachen rappelte.

Natürlich reagiere die Polizei darauf und ergreife Maßnahmen, erhöhe die offene und auch die verdeckte Präsenz. Das führe – wie im April – dazu, dass die Zahlen dann auch wieder sinken. Aber mit der nächsten Bande geht es wieder von vorne los. Deshalb verspricht man sich von derlei Aktionswochen einiges.

Informationsstände gibt es im Rahmen der Aktionswoche nach dem Auftakt gestern am Holzgraben heute von 10 bis 17 Uhr am Eingang Kugelbrunnen des Aquis Plaza und am Donnerstag von 9 bis 16 Uhr auf dem Münsterplatz. Zusätzlich wird das Servicetelefon (0241/9577-34401) des Kommissariats über die normalen Servicezeiten hinaus bis zum Ende der Aktionen erreichbar sein, um Fragen zu beantworten oder Beratungstermine zu diesem Thema oder anderen Präventionsthemen zu vereinbaren.

Erreichbar sind die Fachleute auch per Mail unter vorbeugung.aachen@polizei.nrw.de. Weitere Informationen gibt es zudem im Internet unter www.polizei.nrw.de/aachen.

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